 |
 |
 |
 |
 |
|
|
 |
|
|
 |
|
|
Editorial
|
Vom Versagen der Energiepolitiker
Liebe Leser!
Seit etwa zwei Jahrzehnten vertreten Klimaforscher auf der ganzen Welt die Ansicht, dass die zunehmende
Erwärmung der Erde das zentrale Umweltproblem des laufenden Jahrhunderts werden wird. Die jetzt schon
wahrnehmbare Häufung von Stürmen mit riesigen Waldschäden, Unwettern und Überschwemmungen sei letztlich nur ein
kleiner Vorgeschmack auf Überflutungen ganzer Staaten. Ursache des Desasters sei der eigentlich
lebensnotwendige Treibhauseffekt, der durch Anreicherung von Kohlendioxyd und anderen Gasen aus dem Gleichgewicht
gebracht wurde.
Diese Theorie ist aber in den letzten Jahren ins Wanken geraten, denn inzwischen geben einige Klimaforscher
der Sonne die Schuld an der weltweiten Temperaturerhöhung. Nicht der Mensch, der durch die Verbrennung von
Kohle und Erdöl CO2 erzeugt und durch die massenhafte Rinderzucht Methan produziert, sei verantwortlich, sondern
die Sonne, die uns kräftiger einheize als in den früheren Jahrzehnten.
Hinweise auf diese Theorie fanden Forscher, welche die Klimageschichte der Mayas studierten und
Zusammenhänge zwischen zyklischen Sonnenveränderungen und extremer Trockenheit fanden. Oder deutsche und schweizerische
Forscher, welche feststellten, dass der Südwestmonsun Asiens sich in gleicher Weise wie der Sonnenzyklus verändert.
Auf Grund der neuen Ergebnisse sind die Forscher uneins, ob nun die Sonne das Desaster oder die Menschen
das Problem verursachen. Aller Wahrscheinlichkeit nach sind beide Schuld daran. Während die physikalischen
Wirkungen des Kohlendioxyds und des Methans, die zum Treibhauseffekt führen, unbestritten sind, steht der
Beweis für die Mechanismen der Sonne noch aus. Angeblich seien es Eruptionen, welche die Stratosphäre aufwärmen
und auf bislang rätselhafte Weise Wind und Wolken beeinflussen. Die Leuchtintensität steige innerhalb von
zweihundert Jahren an und nehme dann in der gleichen Zeit wieder langsam ab. Die Temperatur auf der Erde mache diese
Auf- und Abwärtsbewegung mit. In den letzten 120 Jahre spiegelt die Kurve der Sonnenaktivität den
Temperaturanstieg weit besser wider als der zunehmende
CO2-Gehalt der Luft.
Diese Erkenntnisse, die erst wenige Jahre alt sind, könnten dem amerikanischen Präsidenten Oberwasser geben,
der kürzlich erst verkündete, dass die USA das Kyoto-Protokoll nicht unterzeichnen werden, das besonders die
Industrienationen verpflichtet, den CO2-Ausstoß in die Atmosphäre zu verringern.
Wirtschaftliche Interessen der Vereinigten Staaten von Amerkika haben nach Bush Vorrang vor Umweltschutz. Diese Entscheidung ist sicherlich durch
die Engpässe bei der Energie-Versorgung in den USA beeinflusst worden. Es besteht die Gefahr, dass diese
Haltung Nachahmer findet, insbesondere dann, wenn weitere Untersuchungen ergeben, dass die Sonne den Hauptanteil
an der Temperatur-Erhöhung trägt.
Das würde bedeuten, dass die weltweiten Anstrengungen, den
CO2-Ausstoß zu verringern, wieder eingestellt
werden. Kraftwerke, die Kohle, Öl oder Gas als Brennstoff verwenden, werden verstärkt die Energieversorgung
übernehmen müssen, da die Atomkraft als Energieträger aus bekannten Gründen keine Zukunft hat. Die
Kraft-Wärmekopplung, welche die haarsträubend niedrige Ausnutzung der Kohle verbessern soll, wird aus Kostengründen
unterbleiben. Die Wärmeisolierung von Häusern, sowohl in kalten als auch in heißen Gegenden der Erde wird
wieder zweitrangig werden. Bezinfressende Autos werden aus Prestigegründen gegenüber benzinsparenden Autos
bevorzugt. Und schließlich wird die Herstellung grünen" Stroms aus Wind-, Wasser- und Solarenergie weniger
subventioniert werden als früher.
Doch es gibt weitere Gründe, nicht nur die Aufheizung der Atmosphäre durch das
CO2, die gebieten, den Verbrauch fossiler Brennstoffe einzuschränken. Drei der Gründe seien hier genannt:
Im Jahre 1997 verbrauchten die reichsten siebzehn Prozent der Weltbevölkerung mehr als fünfzig Prozent
der Energie. Wir beruhigen uns gern mit dem Gedanken, dass dies zwar bedauerlich, aber im Augenblick
unvermeidlich und überhaupt nur vorübergehend sei. Aber es gibt einen moralischen Aspekt, unter dem unser heutiges
Handeln zu hinterfragen ist.
Grund zwei: Öl war bislang der Motor des wirtschaftlichen Fortschritts und wird es auch auf absehbare Zeit
bleiben. Daher ist die Energiekrise, die sich bereits angekündigt hat und sich bald drastisch verschärfen wird, der
Beginn einer dauerhaft veränderten wirtschaftlichen Lage. Die Warnsignale sind seit langer Zeit zu sehen. Zwischen
dem Anstieg des Verbrauchs und der Entdeckung neuer Reserven klafft eine zunehmende Lücke. Daher werden
die Preise für Öl und Gas in astronomische Höhen klettern.
Grund drei ist noch wichtiger: Es ist verantwortungslos, den kommenden Generationen Kohle, Öl und Gas
vorzuenthalten, denn diese Rohstoffe werden auf nicht absehbare Zeit unverzichtbar bleiben und werden auch in
Zukunft in vielen Bereichen des Lebens und der Industrie kaum durch Alternativen zu ersetzen sein. So nutzen heute
einige wenige Generationen die in Jahrmillionen angesammelten Bodenschätze. Mit welchem Recht beuten wir heute
die nicht erneuerbaren Vorräte der Erde aus? Die Rechtfertigung kann sicher nicht über die Berufung auf den
Markt" erfolgen. Der Markt spiegelt keine langfristigen Knappheiten, allein schon deswegen nicht, weil künftige
Generationen nicht ihre Preisgebote auf dem Markt für Öl abgeben können - vielleicht wären sie bereit, mehr zu
bezahlen als wir...
Die Menschheit wird in fünfzig oder hundert Jahren, wenn die Ölvorräte verbraucht sind, keinesfalls
aussterben wollen, sondern sie wird auch noch in tausend oder einer Million Jahren existieren und hat auch dann noch
das Recht, sich der Rohstoffe der Erde zu bedienen. Das Problem der Verteilungsgerechtigkeit betrifft nicht nur
die entwicklungsfähigen Länder, sondern auch unsere Nachkommen, die in diesem und in den kommenden
Jahrhunderten noch geboren werden.
Unter diesen Gesichtspunkten ist alles das, was in den letzten Jahren zur Schonung fossiler Energiequellen und
zur Gewinnung regenerativer Energie getan wurde, im Grund nur Makulatur. Bush ist nicht der einzige Politiker,
der auf der ganzen Linie versagt.
Ihr Peter Hattwig
| | |
|
 |
|
Über DEGUFO.de
Kontakt
© Copyright DEGUFO eV
|
Seitenanfang
|
|