UFOs in der DDR
Persönliche Eindrücke
von Dr. Eberhard Förster
Auf meine Frage, ob man sich in der alten DDR auch schon mit UFOs befasst und ob es Literatur
darüber gegeben habe, schickte mir Herr Förster folgende E-Mail, in der er seine persönlichen Eindrücke zum
Thema UFOs und Esoterik übermittelte. (Hattwig)
Das ist ein sehr interessantes Thema. 1971 oder 72 lief für ganz kurze Zeit (vielleicht drei Wochen) E. v.
Dänikens Film (ich glaube, er hieß Erinnerungen an die Zukunft") in DDR-Kinos. Ich habe ihn damals gesehen und
fand seine Thesen sehr interessant und gar nicht abwegig. Dieser Film wurde aber kurz darauf auf höhere Weisung
abgesetzt. Begründungen dafür wurden niemals veröffentlicht. E. v. Däniken war vorige Woche bei uns in
Frankfurt (Oder) und in einem Interview sagte er dazu, dass sein Film aus DDR-Sicht antikommunistisch" gewesen sei, was
er (und ich auch) aber nicht nachvollziehen konnte. Ich vermute zwei mögliche Gründe dafür: Entweder störte
unsere Oberen die Existenz und Einflussnahme Außerirdischer, denn nach unserer damaligen Ideologie soll sich
unsere Gesellschaft nach den ziemlich mechanistischen Gesetzen des Historischen Materialismus" entwickelt haben. Da
ist für fremde Wesen (wenn man es engstirnig betrachtet) kein Platz. Oder er wurde auf Betreiben der Sowjets
abgesetzt, die nach neueren Informationen ab den fünfziger Jahren über UFOs und Außerirdische Bescheid gewusst
haben, dieses Wissen aber genauso wie alle anderen Länder geheim gehalten haben.
Über UFOs wurde in der DDR absolut gar nichts publiziert. Bücher aus dem Ausland waren generell verboten
einzuführen. Eine Schwester meiner Großmutter, die Ende der sechziger Jahre mit Erreichen des Rentenalters in
die Bundesrepublik ausgewandert war (eine sehr christliche Frau, die wegen abweichender Glaubensfragen in der
DDR aus dem Diakonissen-Orden ausgeschlossen worden war und deshalb in der Bundesrepublik auch keinen
Rentenanspruch hatte), hatte dort mit dem Thema UFOs und mit östlichen Religionen Kontakt bekommen und einmal
ein Buch über UFOs und Außerirdische von der Venus in die DDR geschickt (ich weiß nicht, wie es die strengen
Kontrollen überwinden konnte). Es kursierte in unserer Verwandtschaft und wurde aber uns unreifen" Jugendlichen
vorenthalten.
Die Kommentare darüber waren jedenfalls so abfällig, dass sich der Begriff UFO" und das Thema als
möglicherweise interessant bei mir eingeprägt hatte. Ansonsten war nicht eine einzige UFO-These in der DDR bekannt
(zumindest habe ich nie etwas derartiges gehört). Denn auch im Westfernsehen, unserer ständigen Hauptnachrichtenquelle,
war ja davon auch nicht die Rede. Genauso war übrigens jegliches esoterisches Wissen völlig unbekannt. Es gab nur
hier und da einige wenige kleinere private Buchläden, in denen man in der DDR verlegte christliche Bücher
kaufen konnte (für mich damals uninteressant), aber esoterisches Wissen war absolut unbekannt, wie auch der Begriff
Esoterik" selbst. Ich hatte ihn zu DDR-Zeiten noch nie gehört und wusste dann nach der Wende gar nicht, was das
ist. Wenn ich mir die Regale der Buchhandlungen anschaue, dann scheint das UFO-Thema hier interessanter zu sein
als im Westen. Zumindest stehen viel mehr solche Bücher hier herum. Auch E. v. Dänikens Vortrag im hiesigen
großen Hörsaal der Europa-Universität war schon Tage vorher ausverkauft. Dagegen haben die Menschen hier keine
Ahnung von Esoterik. Ich habe hier ganz selten ein für mich interessantes esoterisches Buch gefunden, nicht einmal
die Bücher aus den Bestsellerlisten stehen hier im Regal. Das ist im Westen anders. Es gibt hier bei uns in FF eine
ganz rührige UFO-Interessengruppe Unknown Reality" aus jüngeren Leuten, die auch auf alien.de vertreten ist und
eine eigene Zeitung herausgibt. Aber ihr Themenspektrum interessiert mich weniger, so dass ich mit ihnen nur hin
und wieder Mail-Kontakt habe.
Aber in den DDR-Insitutionen hat man sehr wohl über UFOs Bescheid gewusst. In Hesemanns Buch UFOs -
die Kontakte" ist auch ein UFO-Fall aus der DDR beschrieben. Ein Mann gab an, Kontakt zu haben, und wurde
danach durch die Stasi sehr professionell mittels Hypnose ausgeforscht. Er kam in Haft und wurde von der
Bundesrepublik freigekauft, wo er dann seine Story weitergab.
Ich habe Michael Hesemann dazu vor kurzem gefragt, ob er sich dazu die Stasi-Akten besorgen konnte. Er teilte
mir mit, dass man ihm die Auskunft gegeben habe, diese (alle!) befänden sich in den USA und man wisse nicht, ob
und wann man sie zurückbekäme.
Meine berufliche Misere 1993 war für mich der äußere Anlass, mich mit diesem Thema zu beschäftigen.
Mein Arbeitgeber ging unaufhaltsam den Bach hinunter, meine berufliche Karriere war zerstört, alle meine
intensiven Bemühungen, mich in neue Fachgebiete einzuarbeiten und woanders einen perspektivreichen Job zu finden,
brachten keine Ergebnisse. So entstand irgendwann der intensive Wunsch in mir, von alldem völlig abzuschalten und mich
mit anderen Dingen zu beschäftigen. So habe ich mich damals zuerst mit mehreren Weltreligionen befasst, mit
dem Thema UFOs und E. v. Däniken. Später bin ich dann zur Esoterik gekommen, nachdem ich mich eine Zeit lang
sehr intensiv mit den Prophezeiungen des Nostradamus beschäftigt hatte.
Aus meiner heutigen Sicht ist die geistige Befreiung aus der Engstirnigkeit der DDR-Diktatur der größte Nutzen
der Wende im Herbst 89 und der deutschen Einheit. Wir hatten (bedingt vor allem durch die nicht objektive
Darstellung der westdeutschen Gesellschaft im Westfernsehen) damals alle sehr große Illusionen und die DDR-Gesellschaft
vorschnell zu stark verurteilt. Seitdem ich Billy Meier und Elizabeth Klarer (und auch von anderen Kontaktlern)
gelesen habe, sehe ich völlig neue Möglichkeiten. Falls diese Leute die Wahrheit sagen sollten (und die
Wahrscheinlichkeit dafür halte ich gar nicht für so gering), dann steht uns allen irgendwann ein größerer gesellschaftlicher Schock bevor,
als es das Ende der DDR war. Denn was wir dort lesen, ist so etwas ähnliches wie eine Synthese von Utopien
des Christentums und des Kommunismus. Wir könnten dann vielleicht plötzlich erfahren, dass unsere Lebensweise
im Universum abwegig ist.