Glaube, Skepsis und Tabus
Über den Umgang mit einem sensiblen Thema
von Kurt Diedrich
Die meisten Menschen haben noch nie ein UFO beobachtet und sind daher ausschließlich auf die
Informationen angewiesen, die ihnen durch Bücher, Zeitungsartikel, Fernsehsendungen und mündliche Berichte
zugänglich sind. Ob man den Berichten über UFOs nun Glauben schenken mag oder nicht, hängt in
hohem Maße davon ab, wie man diese Informationen selektiert, auswertet, kritisch hinterfragt und durch
eigene Ideen weiterentwickelt.
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Art und Weise, wie das Thema UFOs" in unserer Gesellschaft
behandelt wird, und zeigt, dass das für uns unlogisch erscheinende Verhalten ihrer Insassen kein Beweis für
ihre Nichtexistenz darstellt.
Häme und Spott in den Medien
Auf unserem Globus spielen sich täglich so viele wichtige Ereignisse ab, dass selbst eine mehrstündige
abendliche Nachrichtensendung im Fernsehen nicht ausreichen würde, über alles Wissenswerte ausführlich zu berichten.
Die politischen und gesellschaftlichen Neuigkeiten des Tages - vor allem diejenigen des Inlandes - stehen im
Vordergrund und lassen kaum Platz für Geschehnisse am Rande: Bestenfalls erfährt der Zuschauer von einer
Massenkarambolage auf der Autobahn, einem Unwetter oder einem herausragenden Sportereignis. Nachrichten werden gefiltert".
Und wenn es dann doch einmal geschieht, dass eine unerklärliche Lichterscheinung am Himmel die
Bevölkerung einer Stadt oder eines ganzen Landstriches für Minuten oder Stunden in Atem hält und es sich nicht mehr
vermeiden lässt, die Zuschauer nach den Sportergebnissen und vor dem Wetterbericht über dieses Ereignis zu
informieren, begegnen wir stets dem gleichen Phänomen:
Der zuvor noch ernst und würdevoll dreinblickende Nachrichtensprecher zwinkert mit den Augen, macht ein
belustigtes Gesicht und kann es sich oft nicht verkneifen, der Meldung durch einen persönlichen Kommentar die Note
zu verleihen, die sie nach seiner eigenen Meinung verdient hat: Phantasterei. Wir empfehlen den Bewohnern
des betroffenen Gebietes,..." (so vernimmt der Zuschauer) ... für alle Fälle eine Kanne Kaffee bereit zu halten, falls
die kleinen grünen Männchen persönlich anklopfen sollten".
Am nächsten Tag folgt übrigens in solchen Fällen sehr häufig eine Stellungnahme zum betreffenden Ereignis. Das
ist dann oft der große Auftritt der professionellen Erklärer", die, zumeist im Besitz eines akademischen Titels,
dem staunenden Publikum erläutern, dass die vermeintliche UFO-Sichtung aus wissenschaftlichen Gründen
überhaupt nicht stattgefunden haben kann und die Beobachter einer Täuschung unterlegen seien. Haben wir es nicht
schon immer geahnt: Zum Glück gibt es keine UFOs. Der Wissenschaftler hat sie doch gerade mal wieder wegerklärt.
Die Welt ist wieder in Ordnung und wir können zur Tagesordnung übergehen.
Wer dennoch behauptet, sich für UFOs zu interessieren, geht ein Risiko ein: Es könnte geschehen, dass seine
Freunde und Bekannten sich hinter seinem Rücken merkwürdige, verschworene Blicke zuwerfen. Sollte Ihre
anstehende Beförderung zum Beispiel wegen zu geringem Gehalt bei gleichzeitig zu hoher Verantwortung nicht Ihren
Erwartungen entsprechen, so erzählen Sie ihrem Chef ganz beiläufig beim Mittagessen, dass Sie sich für UFOs
interessieren, und Sie sind haben ein Problem weniger.
Meinungsbildung
Woher kommt es, dass das Thema UFOs in unserem Kulturkreis mit so vielen Tabus belegt ist? Unsere
Gesellschaft ist seit dem Zeitalter der Aufklärung in hohem Maße durch die Naturwissenschaft geprägt: Was sich nicht
wissenschaftlich erklären lässt, existiert nicht. Wer gegen diese Erkenntnis handelt oder denkt, wird auch heute als
Ketzer geächtet. Dass die Wissenschaft in Zeiträumen von wenigen Jahrzehnten immer wieder ihre eigenen Dogmen
revidieren musste, wird dabei stillschweigend übersehen.
Obwohl die meisten Wissenschaftler es inzwischen für möglich halten, dass auch andere Planeten außerhalb
unseres Sonnensystems von intelligenten Lebewesen bewohnt werden, schließen sie es aufgrund der großen
Entfernungen aus, dass die Erde von diesen Wesen besucht wird. Doch dieser Umstand ist nicht die einzige Ursache für die
Skepsis der Wissenschaft:
Auch wenn Augenzeugen in aller Welt nahezu täglich von neuen, unerklärbaren Flugobjekten oder
Lichterscheinungen berichten: Diese Objekte verstoßen hinsichtlich ihres Verhaltens permanent gegen die uns bekannten
physikalischen Gesetze und nehmen keinen offiziellen Kontakt zu uns auf. Also kann es sich nur um
Sinnestäuschungen handeln.
Die Medien sind ein Spiegel unserer Gesellschaft und haben ihrerseits einen Einfluss auf die öffentliche
Meinung: Wenn Zeitungen oder Fernsehanstalten eine UFO-Sichtung mit Häme kommentieren, bildet sich der
Zuschauer unbewusst die Meinung, bei Menschen, die ein UFO beobachtet haben, handele es sich um geistig Verwirrte. Dass
der vermeintliche, im Fernsehen interviewte Experte noch nie in seinem Leben ein einziges Buch zum Thema
UFOs gelesen hat und dass das Grinsen des Nachrichtenmoderators einzig und allein auf dessen mangelnde Sachkenntnis
zurückzuführen ist, spielt keine Rolle und fällt beim Prozess der Meinungsbildung nicht ins Gewicht.
Polarisierung
Das Heer der UFO-Forscher ist hauptsächlich in drei Gruppen aufgeteilt: Auf der einen Seite die Enthusiasten,
die nur zu gerne alles glauben, was ihnen aufgetischt wird und sich kritiklos zu den wildesten Spekulationen
hinreißen lassen. Auf der anderen Seite die sogenannten Skeptiker", denen keine noch so abwegige Erklärung recht ist, um
die Nichtexistenz von UFOs wild entschlossen zu beweisen. Beide Lager bekämpfen sich hartnäckig und verfechten
Ihre Ideen mit großem Fanatismus. Viele ihrer Sprecher schrecken nicht davor zurück, sich in der Öffentlichkeit auf
zum Teil recht niedrigem Niveau zu bekämpfen _ ein unwürdiges Handeln, das der Sache schadet. Die Wahrheit
liegt wahrscheinlich wie immer irgendwo in der Mitte. Wer sich für UFOs interessiert und sich ausgiebig darüber
informieren möchte, wird beim Lesen der zahlreich vorhandenen Publikationen zu diesem Thema sehr schnell
imstande sein, die Spreu vom Weizen zu trennen und feststellen, dass es auch zahlreiche sachliche, nüchterne und
seriöse Autoren zu diesem Thema gibt, die nicht beweisen wollen, dass UFOs existieren oder dass sie nicht
existieren, sondern die ganz einfach die Wahrheit herausfinden möchten. Diese Kategorie kann als dritte Gruppe der
UFO-Forscher bezeichnet werden.
UFO-Sekten
Die meisten Berichte über UFO-Sichtungen stammen von Menschen, die einen vertrauenswürdigen Eindruck
machen, über eine normale Intelligenz verfügen und sich zuvor meistens noch nie für dieses Thema interessierten.
Aus Angst vor Spott ist ihnen nicht daran gelegen, ihre Erlebnisse bekannt werden zu lassen.
Daneben gibt es Unglückliche, die, vielleicht durch schicksalhafte Umstände aus der Bahn geworfen, den Glauben
an die traditionellen Religionen verloren haben und, aus welchem Grund auch immer, ihr Seelenheil kritiklos in
modernen Erlösern suchen, die zum Beispiel in von entfernten Planeten kommenden Raumschiffen um die Erde
kreisen, um uns ganz kurz vorm nahenden Ende der Welt (Öko-Katastrophe oder Atomkrieg) an Bord zu beamen.
Genährt wird dieser moderne Erlöser-Mythos nicht zuletzt durch weltweite UFO-Organisationen mit sektenartigem
Charakter, die mit der Verbreitung absurder und zum Teil lächerlicher Theorien wahrscheinlich nichts weiter im Sinn
haben, als Leichtgläubige in ihren Bann zu ziehen.
Anhänger dieser Szene scheuen sich am wenigsten, mit abenteuerlichen Behauptungen an die Öffentlichkeit
zu treten und tragen damit ungewollt dazu bei, das Thema UFOs in ein schlechtes Licht zu rücken.
Seriöse Erkenntnisse über UFOs beschrän-ken sich auf Fakten; das heißt: auf kommentarlose Beobachtungen.
Bei den von UFO-Sekten verbreiteten Informationen handelt es sich häufig um reine Spekula- tionen, die aus
angeblichen Begegnungen und telepathischen Botschaften (Chan-neling) hervorgegangen und damit nicht
nachvollziehbar sind _ von gefälschten Sichtungsdokumenten (Fotos) ganz zu schweigen. Das soll jedoch nicht bedeuten, dass
es nicht auch Menschen gibt, die wirklich davon überzeugt sind, telepathische Botschaften von vermeintlichen
Außerirdischen zu empfangen, um diese nach bestem Wissen zum Wohle der Menschheit einzusetzen. Ob es sich bei
diesen Botschaften um Halluzinationen handelt, oder ob solch ein Phänomen tatsächlich existiert, kann nach dem
heutigen Stand der Wissenschaft nicht geklärt werden.
Verschwörungstheorie
Die Verschwörungstheorie besagt, dass die meisten Regierungen in aller Welt längst darüber Bescheid wissen,
dass wir permanent von UFOs besucht werden. In fast jeder Regierung gibt es angeblich streng geheime Ausschüsse
und Gremien, Organisationen und Kommissionen, die sich mit UFO-Fällen befassen und zu deren wichtigster Aufgabe
es gehört, die Bevölkerung durch gezielte Desinformation daran zu hindern, an UFOs zu glauben. Zeugen
werden angeblich eingeschüchtert und mit dem Tode bedroht. Nachrichten werden manipuliert oder unterdrückt, und
geheimnisvolle Erscheinungen werden durch einfache Erklärungen gezielt entmystifiziert. Begründung:
Vermeidung einer Massenpanik bzw. _hysterie mit unabsehbaren Konsequenzen für die Aufrechterhaltung traditioneller
Machtstrukturen.
Tatsächlich gab es in den USA nach dem Ende des zweiten Weltkriegs mehrere Re-gierungsprojekte (Project
Sign, Project Grudge, Project Blue Book) zur Erforschung der damals dramatisch angestiegenen Sichtungen, die sich
vor allem über militärischen Einrichtungen ereigneten. Ob, wie vielfach behauptet, solch eine
Untersuchungskommission jedoch immer noch unter der Bezeichnung
Majestic 12 existiert und angeblich die Wahrheit über UFOs
kennt, istzweifelhaft, auch wenn in vielen Spielfilmen und Serien zum Thema UFOs (Akte X) immer wieder darauf
angespielt wird.
Skeptiker
Sollte sich einer Ihrer Freunde oder Bekannten spöttisch, skeptisch oder ablehnend gegenüber Ihrem Interesse
für UFOs verhalten, so könnte sie oder er mit etwas Glück durch ein paar gezielte Fragen schnell zum Verstummen
oder zumindest zum Nachdenken gebracht werden:
Ob der oder die Betreffende mehr zu den Ansichten von
Jacques Vallée oder denjenigen
von Illobrand von Ludwiger neige, was er oder sie über den Fall
Betty und Barney Hill denke und in der Frage der belgischen Dreiecke
zur Ansicht von Werner Walter tendiere oder mehr die Meinung von
Professor Meessen teile.
Ein Achselzucken des kleinlaut gewordenen Gegenübers braucht dann nur noch mit der herablassenden
Bemerkung: Wie, Du kennst noch nicht mal die bekanntesten Vorfälle und Personen zu diesem Thema und willst mir etwas
von UFOs erzählen!" beantwortet werden, und man geht als Sieger aus der Runde hervor.
Bei wahrhaften UFO-Skeptikern (gemeint sind nicht Skeptiker im eigentlichen Sinne des Wortes, sondern die
Menschen, die sich als solche bezeichnen) sind jedoch die besten Argumente vergebens. Sie kennen alle
einschlägigen Sichtungsfälle und sehen es als ihre Aufgabe an, die Menschheit vom Glauben an UFOs zu befreien. Dabei
schrecken sie vor keinem noch so unglaubwürdigen Argument zurück. Natürlich waren es unter anderem auch die
Skeptiker, die zur Aufklärung von Fälschungen und Betrügereien beigetragen haben. Für bedenklich halte ich allerdings
die Devise, dass für alle Erscheinungen und Sichtungen eine natürliche Erklärung gefunden werden muss.
Durch die Tatsache, dass diese Erklärungen mitunter durch eine fast schon grotesk anmutende Naivität
gekennzeichnet sind, verfehlen sie häufig ihr Ziel und kehren sich ins Gegenteil um: sie überzeugen die Unschlüssigen
davon, dass an UFOs doch etwas dran" sein muss, wenn man sich so heftig gegen ihre Existenz wehrt.
Standpunkte
Bezieht man sich bei der Beurteilung von UFO-Sichtungen ausschließlich auf irdische
Denk- und Verhaltensweisen, so ist das Verhalten, das vermeintliche Außerirdische uns gegenüber an den Tag legen, in der Tat völlig absurd
und unlogisch und damit ein Beweis", dass es UFOs nicht geben kann. Bezieht man sich ausschließlich auf
irdische Technologien, so kann es UFOs alleine schon deswegen nicht geben, weil sie allen physikalischen Gesetzen
zum Trotz Flugmanöver ausführen, die vom heutigen Stand der Wissenschaft aus betrachtet unmöglich sind. Hinzu
kommen weitere, unglaublich anmutende Erscheinungen wie plötzliches Auftauchen aus dem Nichts (und
Verschwinden im Nichts), Strahlen mit lähmender, zerstörerischer oder heilender Wirkung, Lahmlegen der Waffensysteme
von Militärjets, Zeitverschiebungsphänomene, Telepathie und vieles andere. Eine Menge von Indizien, die eher
gegen die Existenz von UFOs sprechen.
Kehren wir zunächst zu den irdischen Denkmustern zurück. Diese Denkmuster sind, ohne dass wir uns
dessen bewusst werden, in hohem Maße vom aktuellen Zeitgeist geprägt. Die historische Entwicklung zeigt, dass
dieser Zeitgeist einem permanenten Wandel unterworfen ist _ ein Wandel, der sich gerade in den letzten Jahrzehnten
so stark wie noch nie zuvor vollzogen hat: Was gestern noch galt, wird heute belächelt. Obwohl wir es eigentlich
besser wissen müssten, glauben wir stets, dass der zum momentanen Zeitpunkt erreichte Wissensstand als endgültig
gesichert gilt und niemals durch neue Erkenntnisse ersetzt werden wird. Die Geschichte sollte uns eigentlich
eines Besseren belehren.
Erste Direktive
Eines der Hauptargumente gegen die Existenz von UFOs lautet: Wenn es welche gäbe, hätten sie schon längst
offizielle Kontakte zu unseren Regierungen aufgenommen und wären vielleicht schon vor dem weißen Haus
gelandet, hätten uns mit ihrer Kultur und ihrer Religion vertraut gemacht und uns mit den segensreichen
Errungenschaften ihrer Zivilisation beschenkt. Diese Denkweise kann seit langem als überholt betrachtet werden. Sie gehört in die
Zeit des Kolonialismus und Imperialismus, eine Epoche, in welcher zivilisierte Nationen nicht davor
zurückschreckten, das soziale Gefüge schützenswerter, ethnischer Minderheiten durch die Auflösung traditioneller Kulte und
Religionen und durch die Einführung der modernen Waffentechnik, des Alkohols und des Profitstrebens zu zerstören.
Inzwischen sind viele Jahre vergangen und unsere Meinung zu diesem Thema hat sich zum Glück geändert.
Ein hypothetischer Fall: Ein neu entdeckter Eingeborenenstamm auf einer entlegenen Insel dieser Welt würde
heutzutage zunächst unter Naturschutz gestellt und dürfte ausschließlich mit einer Sondergenehmigung des
UN-Kommissariats für bedrohte Minderheiten besucht werden. Die Besucher (Wissenschaftler) müssten sich
verpflichten, sich den Eingeborenen niemals zu nähern und lediglich mit versteckter Kamera den Alltag der Ansässigen aus
dem Schutz einer Baumkrone heraus zu dokumentieren. Eine solche Art der Beobachtung würde der Wissenschaft
wertvolle Erkenntnisse über die Entwicklung und das Leben unserer eigenen Vorfahren liefern. Außerdem wäre es
unmoralisch, die natürliche, evolutionäre Entwicklung einer Volksgruppe durch den Einfluss einer technologisch
höher entwickelten Kultur zu stören. Was in aller Welt würde es uns bringen, mit einem Stammesführer in
diplomatischen Kontakt zu treten, dessen Volk sich auf Steinzeit-Niveau befindet?
Hochentwickelte Zivilisationen
Fremde Besucher der Erde könnten uns, wenn es sie wirklich gibt, nicht nur um Jahrhunderte in ihrer
Entwicklung voraus sein: ihr Abstand zu unserer Kultur könnte theoretisch mehrere Tausend Jahre oder mehr betragen. Wenn
wir bedenken, mit welchen Entwicklungen wir in den letzten hundert Jahren konfrontiert wurden und diese
rasante Entwicklung in Gedanken mehrere tausend oder gar hunderttausend Jahre lang fortsetzen, können wir nur
ahnen, welche enormen technologischen Fortschritte sich in solch einer Zeitspanne vollziehen werden.
Unsere maßlose Selbstüberschätzung bewog uns bis vor wenigen Jahren stets zu der durch nichts zu
beweisenden Annahme, dass das Universum zwanzig Milliarden Jahre benötigt hat, um auf einem einzigen seiner
Milliarden Planeten eine einzige vernunftbegabte Zivilisation hervorzubringen: die Menschheit. Auch wenn viele
Wissenschaftler es inzwischen wagen, dieser Theorie zu widersprechen: Sie ist durch Jahrtausende langen Einfluss
religiöser Dogmen noch fest in unseren Köpfen verankert, und es fällt schwer, die alten Gedankenmuster durch neue zu
ersetzen.
Schon in der Frühzeit unserer Erdgeschichte und lange bevor es uns Menschen gab, müssen Planeten existiert
haben, auf denen sich intelligentes Leben entwickelte; Wesen, die Handel und Landwirtschaft betrieben und auf die
Jagd gingen. Ein Sonnensystem entsteht, in kosmischen Zeiträumen betrachtet, ein paar Sekunden" früher _ ein
anderes ein paar Sekunden" später. Auch jetzt und in Zukunft werden irgendwo im Weltall permanent neue Planeten
geboren, während andere sterben. Als auf der Erde die Dinosaurier ausstarben, musste es bereits Planeten gegeben
haben, die eine Kultur beherbergten, die mit unserer heutigen irdischen Zivilisation verglichen werden kann. Doch wie
ging es weiter mit diesen Zivilisationen? Dafür fehlt uns jeder Vergleich, da die weitere Entwicklung einer
hochzivilisierten Gesellschaft wie der unserigen aus Mangel an zu beobachtenden Beispielen nur geschätzt und nicht
vorhergesagt werden kann.
Eine Theorie besagt, dass nur absolut friedfertige Zivilisationen sich über ein mit der derzeitigen Menschheit
vergleichbares Stadium hinaus entwickeln können. Nur dann, wenn eine Zivilisation sich nicht in Kriegen
gegenseitig vernichtet, hat sie die Chance, so weit fortzuschreiten, dass sie irgendwann in der Lage ist, mit einer
hochentwickelten Technologie fremde Planeten zu erforschen:
Friedliche Wesen, die mit ihren Raumschiffen durch die Galaxien schwärmen, um fremde Zivilisationen zu
erkunden; Wesen, die niemals einen Planeten erobern würden. Entspricht dies nicht genau dem Verhalten, das UFOs
an den Tag legen? Wenn es UFOs gibt, so wäre es ihnen mit ihrer überlegenen Technik leicht gefallen, uns schon
vor Jahrhunderten zu unterjochen oder gar zu vernichten.
Wie soll man sich das kulturelle und soziale Leben einer Gesellschaft vorstellen, die der unseren um Tausend,
Hunderttausend oder gar eine Million Jahre voraus ist? Die Kommunikation zwischen solchen Wesen dürfte für uns
so fremd sein, dass wir sie mit den Worten unserer Sprache nicht mehr beschreiben könnten.
Werden sie überhaupt noch Gespräche zur Unterhaltung führen? Werden sie nur noch telepathisch
miteinander kommunizieren, und nur dann, wenn es um sachliche Fragen geht? Werden sie noch Witze, Partys, Kunst
oder Sexualität kennen? Wird es überhaupt noch ein Privatleben geben, oder ist eine höher entwickelte Gesellschaft
denkbar, die sich aus einem Heer von Sklaven zusammensetzt, deren einzige Aufgabe darin besteht, sich dem Wohl
der Gemeinschaft unterzuordnen? Werden neue wissenschaftliche und philosophische Erkenntnisse dazu führen,
dass Dinge, die für uns heute wichtig sind, sich zu Banalitäten verwandeln angesichts überwältigender Erkenntnisse
im Hinblick auf den Sinn des Daseins und das Wesen des Universums?
Über Antworten auf all diese Fragen können wir nur spekulieren, aber es erscheint offensichtlich, dass Wesen, die
in der Evolution weiter fortgeschritten sind als wir und in einem völlig anderen kulturellen und sozialen Umfeld
leben, in ihren Handlungen und Reaktionen von uns nicht verstanden werden können. Genau dies trifft in vielen Fällen
für die angeblich beobachteten Besatzungen von UFOs zu. Die Beweggründe für ihr oft seltsames Verhalten mögen
uns sinnlos und unlogisch erscheinen. Doch kann sich Ihr Hund einen Reim darauf machen, warum Sie jeden
Abend damit verbringen, eine Scheibe anzustarren, auf der sich bunte Muster bewegen?
Das Argument, es gebe keine UFOs, weil sie mit uns nicht in einen offiziellen Dialog treten, träfe nur dann zu,
wenn es sich bei vermeintlichen Außerirdischen um Lebewesen handelte, die sich auf einer mit uns vergleichbaren
kulturellen Stufe befinden. Da sie uns jedoch technisch weit überlegen sein müssen, kann es sich nur um eine
Kultur handeln, die wesentlich älter als die unserige ist. Technische Weiterentwicklung bringt auch dramatische
kulturelle Veränderungen mit sich. Bei genügend großem Abstand kann die weniger weit entwickelte Spezies das Verhalten
der höheren Zivilisation zwangsweise nicht mehr verstehen und nachvollziehen.
Argumente
Zum Beweis der Nicht-Existenz von UFOs warten selbst Wissenschaftler gelegentlich mit Argumenten auf, die
bei näherer Betrachtung nicht stichhaltig sind. Ein Grund mehr, sich eigene Gedanken zu machen und die
Theorien selbsternannter Autoritäten kritisch zu hinterfragen.
Eine der merkwürdigsten Rechnungen, die im Rahmen einer Fernseh-Diskussion vor Jahren von einem
Wissenschaftler aufgestellt wurde, war folgende:
Es wurden bisher bereits so viele angebliche UFOs gesichtet, dass die Metallvorräte des gesamten Universums
nicht zu ihrem Bau ausreichten. Also gibt es keine UFOs. Diese Behauptung ist so absurd, dass sie nicht widerlegt
werden muss. Man kann nur hoffen, dass dieser Wissenschaftler nicht für das Niveau der Skeptiker steht.
Und nun?
In den obigen Ausführungen wurde die Behauptung aufgestellt, dass das unverständliche Verhalten
angeblicher UFO-Insassen kein Beweis für Ihre Nicht-Existenz darstellt und die Skepsis gegenüber UFOs hauptsächlich auf
soziale und kulturelle Mechanismen zurückzuführen ist.
Der Zweifel an UFOs bleibt somit auf technische und physikalische Probleme reduziert. Viele Autoren sträuben
sich jedoch, die technische Überlegenheit unbekannter Flugobjekte einfach nur in einer Wissenschaft zu begründen,
die der unserigen um Jahrtausende überlegen zu sein scheint. Sie haben daher der Hypothese vom Raumschiff, das
von fernen Planeten kommt, weitere Erklärungsmodelle hinzugefügt:
UFOs kommen gar nicht aus den Tiefen des Weltalls, sondern aus einer anderen Dimension, die uns räumlich
sehr nahe ist.
Bei UFOs handelt es sich um Zeitmaschinen mit Besuchern an Bord, die aus der fernen Zukunft kommen.
Von Ludwiger zeigt anhand vieler Beispiele, dass diese Theorie durchaus nicht so abwegig ist, wie sie auf Anhieb
klingt. UFOs kamen vor langer Zeit und nach langer Reise von sehr weit her (oder von einem unbewohnbar
gewordenen Planeten unseres Sonnensystems) und manövrie-ren mit riesigen, planetenähnlichen Raumfahrzeugen in
unserem Sonnensystem. Bei den von Menschen gesichteten Objekten handelt es sich um kleinere Erkundungsschiffe.
Theorie von Jacques Valleé: Bei UFOs handelt es sich nicht um Raumfahrzeuge, sondern um seit Jahrtausenden
auftretende, mystische oder paranormale Erscheinungen, die sich je nach Epoche oder Zeitgeist in beliebigen
Formen (Fluggeräte oder Personen) manifestieren können (Luft- bzw. Raumfahrzeuge, Elfen, Feen, Zwerge oder
religiöse Symbole oder -Figuren wie Ma-rienerscheinungen) und von einer höheren Intelligenz eingesetzt werden, um
neue Mythen auf der Erde zu schaffen und damit die Entwicklung der Menschheit zu beeinflussen.
Daneben gibt es auch eine Reihe recht interessanter Ansätze, welche die Hypothese Besuch von anderen
Planeten" untermauern, indem sie den Versuch unternehmen, das bei UFOs beobachtete Flugverhalten mit komplizierten
mathematischen Theorien, mehrdimensionalen Räumen und der Quantenphysik zu erklären.
Ganz gleich, um welche dieser Theorien es sich dabei handelt: Ihre Beschreibung würde den Umfang dieses
Artikels überschreiten. Wer sich für diese Themen interessiert, findet auf dem Buchmarkt eine Reihe durchaus seriöser
Veröffentlichungen, die sich eingehend mit diesen Fragen beschäftigen.
Der Autor dieses Aufsatzes, Kurt
Diedrich, wurde 1948 in der Nähe von Saarbrücken geboren und
interessierte sich bereits sehr früh für Technik, Naturwissenschaft und grenzwis-senschaftliche Themen. Nach dem
Abschluss seines Geologiestudiums arbeitete er mehrere Jahre lang als Redakteur einer Elektronik-Fachzeitschrift und
ist heute als technischer Autor in einem Software-Unternehmen tätig.
Seit 1992 ist er Mitglied der For-schungsgesellschaft Kornkreise (FGK) und hat im Rahmen dieses Vereins
in England mehrfach elektronische Messungen mit selbst entwickelten Geräten innerhalb und in der
Umgebung von Kornkreisen durchgeführt.