Information
Suchen
DEGUFO.de
home News Bilder Sichtungen Links Hot Topics Deguforum Degufo Chat Gäste Diskussion Kontakt
DEGUFORUM
Editorial
Fallberichte
Und sie fliegen doch
Begegnung mit einem Dämon
Naturwissenschaft
Entwicklung der Arten
Standpunkte
Glaube, Skepsis, Tabus
Dokumentation
Ufos in der DDR
Technik
Technolgien der Zukunft
Mit der Sonne segeln
Ausgabe 29
 

Neue Ausgabe des DEGUFORUMs
• Inhalt
•  Abonnement
•  Übersicht
Die Akte DegUFOrum
Die Akte DegUFOrum


 
Bücher
Englische Bücher
Suchbegriffe:
In Partnerschaft mit Amazon.de
 
Editorial

Die missbrauchte Venus _ die Geschichte eines Reinfalls

Liebe Leserinnen und Leser!
Am 27.01.2001 erschien in den Cenapnews folgende Kurznachricht:

Geheimnisvolles UFO legt russischen Flughafen lahm

Auf dem südsibirischen Flughafen Barnaul ist der Flugbetrieb am Freitag eineinhalb Stunden lang von einem geheimnisvollen UFO lahmgelegt worden. Wie die russische Nachrichtenagentur Interfax am Samstag unter Berufung auf einen Flughafensprecher meldete, berichtete die Besatzung eines Frachtflugzeugs von einem leuchtenden Objekt über der Startbahn und weigerte sich deshalb, die Piste zu benutzen. Die Crew einer weiteren Frachtmaschine, die in Barnaul hätte landen sollen, habe das gleiche Phänomen beobachtet und aus diesem Grund einen anderen Flughafen angesteuert. Das unbekannte Flugobjekt habe sich daraufhin von der Bahn entfernt und sei eineinhalb Stunden später ganz verschwunden. Die eifrigen Aufklärer der CENAP lieferten nur wenige Tage später, am 08.02.2001, die Auflösung:

Geheimnisvolles Himmelsphänomen ist simpel erklärt

... Perry Petrakis vom französischen SOS OVNI konnte am 01.02.01 weitere Details mitteilen, die der russische UFOloge Boris Shurinov an Edoardo Russo vom italienischen CISU weitergegeben hatte. Hiernach berichtete am 30. Januar die Kosomolskai Prava und das Fernsehen, dass das örtliche Planetarium von Barnaul (eine mittelgroße Stadt, etwa 200 km südlich von Novo-sibirsk) das beschriebene Phänomen (wörtlich beschrieben als „große Lampe am Himmel" neben der Mondsichel) als die ungewöhnlich hell strahlende Venus identifizierte. Zudem schwebte niemals das „UFO" über der Landebahn, sondern wurde nur von den Piloten als „zehn Kilometer weit weg" eingeschätzt, auf Radar war auch nichts geortet worden. Es drehte auch nicht ab oder bei, sondern ging einfach am Horizont dieses zweitrangigen Flugplatzes nach dem Mond unter. Die Interfax-Meldung selbst ging auf einen achtzeiligen Bericht vom 27. Januar in der Zeitung Commercant zurück, die vom Geschehen am Abend zuvor gehört hatte. Am 27.01.2001 meldeten russische Medien, ein unidentifiziertes Flugobjekt (UFO) habe den russischen Flughafen in Bar-naul, einer mittelgroßen Stadt, etwa 200 km südlich von Novosibirsk, lahmgelegt. Der russische UFO-Forscher Kollege Michail Gershtein teilte der Gesellschaft zur Untersuchung von anomalen atmosphärischen und Radar-Erscheinungen (MUFON-CES) die Beobachtungsfakten mit _ wie geschildert in der russischen Lokalzeitung „Molodezh Al-taya" (Barnaul, N 5, 31.01.2001). Die Erklärung schien mir von Anfang an zu "simpel" (siehe Kapitelüberschrift). Ausgerechnet die Besatzungen von zwei Flugzeugen verwechseln einen Stern am Himmel mit einer rätselhaften Leuchterscheinung über dem Flughafen. Ich habe umgehend Herrn Werner Walter von der CENAP geschrieben, dass ich nicht daran glauben kann, „...dass erfahrene Piloten von zwei Flugzeugen eine Lichterscheinung in der Nähe eines Flugplatzes mit einem Planeten, der am Himmel steht, verwechseln. ...Ich behaupte nicht, dass es sich in Sibirien um ein „UFO" gehandelt hat. Möglicherweise gibt es eine ganz einfach Erklärung. ..." Herr Walter hat aber - wie nicht anders zu erwarten - seine Erklärung verteidigt. Meine Skepsis wurde schon wenige Tage später bestätigt, denn am 12.02.2001 verbreitete die MUFON-CES über Internet die folgende Meldung:

Neue Details zum russischen Barnaul UFO-Fall

Demnach haben alle Personen am Flughafen ein Objekt gesehen, das erstmals um 20:30 Uhr (Moskauer Zeit) auftauchte und wie eine scheinende Wolke aussah. Zwei Flugzeuge, eine IL-76 Frachtmaschine und eine Yak-40 Passagiermaschine mit Ziel Bugulma, konnten nicht starten, da das UFO über der Start- und Landebahn schwebte. Sergey Kurennoi, Chef der Luftraumüberwachung, sagte, er persönlich habe das Objekt 15 bis 20º über dem Horizont über der Piste schweben sehen. Durch sein Fernglas habe er eine feste Struktur erkannt, die verschiedenfarbige Lichter an der ganzen Unterseite ausstrahlte (rot, grün, violett, usw.). Dann flog das UFO sehr langsam auf den Ort Beresovka zu, stieg auf und wieder ab und änderte den Kurs in Richtung Pavlovsk. Nach eineinhalb Stunden verschwand das Objekt. Über den ganzen Zeitraum ging kein Geräusch von ihm aus. Es erschien nicht auf dem Radar. Kurennoi sagte, er habe bereits 1984 und 1985 UFOs über dem Flughafen beobachtet. Am 8. April 1990 meldete die Zeitung „Altaiskaya Pravda" (Barnaul), dass am 1. März 1990 ein UFO in Barnaul auf Radar entdeckt worden sei, das mit 6 000 km/h verschwunden sei. Die Erklärung des örtlichen Planetariums, es habe sich um die ungewöhnlich hell strahlende Venus gehandelt, ist mit Kenntnis der Originalzeugenaussagen wenig glaubhaft. Diese Erklärung wurde am 8. Februar vom "Centralen Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene" (CENAP) auf deutsch bekannt gemacht. Es ist schwer vorstellbar, dass zwei Pilotenteams sich weigern zu starten, weil eine „hell strahlende Venus" am Himmel steht. Ebenso wenig ist vorstellbar, dass man die Venus mit einem „über der Startbahn" schwebenden Objekt verwechselt. In der Luftfahrt beschäftigte Personen müssen sich von Beruf aus bestens mit astronomischen Objekten und Objekten im Luftraum auskennen. Es wird großer Wert auf einwandfreie Sehkraft und die Fähigkeit der Objekteinschätzung (Entfernung, Größe, Geschwindigkeit, usw.) gelegt. MUFON-CES kann sich mangels weiterer Berichte „vorerst" kein abschließendes Urteil bilden.

Hannes la Rue
News Master, MUFON-CES
Es bedarf keiner besonderen Intelligenz, einen Stern von einer rätselhaften, nicht an den Himmel oder in die Landschaft gehörenden Leuchterscheinung zu unterscheiden. Wie oft die CENAP schon UFOs fehlerhaft als Venus, Sirius, Rigel oder Capella identifiziert hat, wissen nur die Sterne oder Planeten selber, die zu diesem Zweck missbraucht worden sind. Die Cenapnews sind nicht die Internet-Gebühr wert, wenn die Meldungen nicht sorgfältiger recherchiert werden.

Peter Hattwig

 

Über DEGUFO.de •  Kontakt •  © Copyright DEGUFO eV

Seitenanfang