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Editorial


Von Reinhard Nühlen

Liebe DEGUFORUM - Leserinen und Leser,

die Deutsche UFO-Szene, wenn es sie denn wirklich gibt, ist in Bewegung geraten, sollte man meinen, wenn man so die eine oder andere Reaktion und Veröffentlichung aus den letzten Wochen und Monaten zur Kenntnis nimmt.

Nun gibt es einige Protagonisten, allen voran Werner Walter von der CENAP, die immer wieder mit gebetsmühlenartigen Wiederholungen meinen, dieses "in Bewegung geraten" derart interpretieren zu müssen, daß nun endlich der Punkt erreicht sei, an dem sich klar herauskristallisiere, daß das, was die CENAP im Besonderen, GWUP und andere, seit Jahren immer schon postuliert hatten, nun Wirklichkeit werde: UFO's gibt es nicht. Alles ist auf natürliche Art und Weise erklärbar, nämlich mit sattsam bekannten Partyballons, Boliden, der Venus, , Ultraleichtflieger und natürlich nicht zu vergessen, die Eiskristalle, die sich an den Fenstern der Space-Shuttel entlanghangeln und, last but not least, die Leuchtmunition, die über der Ostsee immer noch ihr Unwesen treibt. Kurzum, lt. Werner Walter ist das nun alles glasklar bewiesen und deshalb auch letztendlich der Grund dafür, daß die "Deutsche UFO-Szene" so langsam dabei sei, den letzten Atemzug auszuhauchen.

Umso erstaunlicher ist es, daß man nichts Eiligeres zu tun hat, als eine gemeinsame Tagung einzurufen, zu der die Mitglieder der CENAP und der G.E.P. e.V., sowie einige Besitzer einer Homepage auf dem Server alien.de eingeladen sind, um irgendwann im Oktober in süddeutschen Gefilden, bei einer Wochenend - Zusammenkunft, ja was zu tun? Das Ende der Deutschen UFO-Szene offiziell bekanntzugeben oder die anderen, noch nicht auf "CENAP-Linie" sich bewegenden "jungen Spunte" der UFO-Szene auf Vordermann zu bringen bzw. ihnen zu zeigen, wo es langzugehen hat?

Auf den ersten Blick ein Widerspruch in sich. Heißt es doch bei der Einladung u.a. so schön:

....Das Treffen soll eine Arbeitstagung und keine Vortragsveranstaltung sein...

"UFO-Begegnung 1999" - so der Titel dieser Veranstaltung - soll auch ein Grenzüberschritt sein, um die verschiedenen, ernst meinenden Fraktionen des UFO-Parlaments friedlich zusammenzuführen, und um sich persönlich vor Ort in entspannter Runde kennenzulernen und auszutauschen, Dinge zu bereden und zu debattieren, die man schon lange auf der Seele liegen hatte und Fragen zu stellen, die man sich nie traute, vorzubringen. Zu betonen gilt, daß dieses Meeting eine "Insider-Tagung" ist und nicht aus straff geordneten Vorträgen besteht. jeder Teilnehmer soll sich persönlich einbringen und offene Diskussionsbereitschaft mitbringen....

Da wahrscheinlich die "next Generation" (zumindest von CENAP-Seite) vertreten sein wird, besteht hier der ideale Austausch mit den alten Hasen aus dem Feld der modernen UFO-Exploration.

(Anm. d. Autors: Wer meint sich damit wohl selbst und klopft sich auf die mit jahrzehntelangem UFO-Wissen beladenen, Schultern?)

Hier trifft sich ein Forum, an welches man Fragen stellen kann, und in Ruhe ausdiskutieren. Hier sind sachkundige informierte Experten vertreten, die sich auch mit "Newcomers" treffen - also eine Begegnung der besonderen Art.

Wir wollen das Gespräch und nicht den Monolog fördern! Zudem wünschen wir von CENAP-/GEP-Seite her auch alte Wegbegleiter begrüßen zu dürfen, die ihre UFO-Erfahrung vorstellen oder uns einfach wieder sehen wollen...

Die DEGUFO e.V. wird an diesem Treffen nicht teilnehmen. Weil wir uns nichts davon versprechen, außer bestenfalls "Kennenlernen und ein paar freundlichen Worten" und einer "Selbstbeweihräucherung aus der Skeptikereckeö.

Ich habe vor einigen Jahren - ich glaube es war 1995- an einem ähnlichen Treffen einmal teilgenommen. Damals ebenfalls inititiert von CENAP und GEP. Herausgekommen ist dabei nichts. Kein Austausch, kein Gespräch, nur das gegenseitige Schulterklopfen und Bestätigen der eigenen Positionen. Und dafür ist mir die Zeit einfach zu kostbar.

Als ich die DEGUFO 1993 gegründet habe, ging ein Aufschrei des Entsetzens durch die damalige UFO-Szene, die hautpsächlich von der CENAP, GEP e.V auf der einen Seite und andererseits von M. Hesemann mit seinem Magazin 2000 kamen.

Erstere meinten spöttisch, " daß schon viele 'Newcomer' versucht hätten, auf diese Art und Weise etwas auf die Beine zu bringen und man prophezeite der DEGUFO e.V. ein baldiges Scheitern bzw. hatte nichts anderes zu tun, als uns des "Plagiatentums" zu bezichtigen. Auf der anderen Seite sah sich Hesemann in seinem unermeßlichen Ego beschädigt, bzw. war beleidigt, daß wir ihn nicht vorher gefragt hatten.

Einige Jahre sind mittlerweile ins Land gegangen, die DEGUFO e.V. gibt es immer noch und - erfreulicherweise- haben sich auch noch einige andere Organisationen und Zeitschriften gegründet, so daß man durchaus heute von einer bunten und vielfältigen UFO-Szene sprechen kann.

Diejenigen, die lauthals einerseits das Ende des UFO-Themas postulieren und sich dann andererseits an die Spitze dieser Bewegung zu setzen versuchen, die keine andere Meinung gelten lassen, als die Ihrige, sind meiner Meinung nach am wenigsten dazu geeignet, hier eine Konsenslösung herbeizuführen. Im Gegenteil, sie polarisieren und polemisieren, wo sie nur können. Mir kommt es so vor, wie in dem Märchen von Rotkäppchen. Hier haben einige Leute eine ganze Menge Kreide gefressen und hoffen, insgeheim inständig, daß einige aus der UFO-Szene dies nicht merken.

Wir lassen uns nicht vor diesen Karren spannen. Dies soll nicht heißen, daß wir nicht bereit sind, zu kooperieren.

Für mich ist es schon immer unverständlich und nicht nachvollziehbar gewesen, wie man davon überzeugt sein kann, daß das UFO-Thema eigentlich nur von Idioten, Schwachsinnigen und "klappsmühlenreifen Spinnern" betrieben wird, sich selbst und einige Gleichgesinnte natürlich ausnimmt, und trotzdem seit mehr als 20 Jahren in dieser "Szene" mitmischt, um angeblich "UFO - Normalverbraucher" vor diesen Spinnern zu schützen.

Stellen Sie sich vor, Sie halten absolut nichts vom Fußballspielen und rennen seit 20 Jahren dem Ball hinterher....

Ihr Reinhard Nühlen

 

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