Information
Suchen
DEGUFO.de
home News Bilder Sichtungen Links Hot Topics Deguforum Degufo Chat Gäste Diskussion Kontakt
DEGUFORUM
Editorial
Fallberichte
Und sie fliegen doch
Begegnung mit einem gelbäugigen Grauen
Begegnung an der österreichischen Grenze
Perspektiven
Die Zukunft ist nicht vorbestimmt
Buchbesprechungen
Donkin: Akte Aliens
Standpunkte
Wiederverzauberung der Welt
Presseschau
Grabenkämpfe
Bewußtsein auf wechselnden Pfaden
Ein seltsamer Krieg
Ausgabe 21
 

Neue Ausgabe des DEGUFORUMs
• Inhalt
•  Abonnement
•  Übersicht
Die Akte DegUFOrum
Die Akte DegUFOrum


 
Bücher
Englische Bücher
Suchbegriffe:
In Partnerschaft mit Amazon.de
 
Presseschau

Grabenkämpfe aus DIE ZEIT Nr. 5, v. 28.01.99, von Christoph Drösser, notiert von A.Haxel)

Die Skeptiker gebärden sich wie eine Politsekte Es ist schon ein Kreuz mit den Esorerikern. Wer heute eine Buchhandlung betritt, der findet zwischen lauter Astrologie, Heilkristallen und Pferdeflüsterern kaum noch den Weg zu den richtigen Büchern. Große Teile der fernsehenden Bevölkerung nehmen die Episoden von Akte X und neuerdings Operation Phoenix für bare Münze und glauben an Geister, Telepathie und Außerirdische.

Ganz Deutschland im Griff des Aberglaubens. Ganz Deutschland? Es gibt noch ein Häuflein Aufrechter, die der Unvernunft Paroli bieten. Gesellschafi zur wissenschaftlichen Untersuchung von Para-wissenschaften (GWUP) heißt der Verein, der im vergangenen Jahr sogar den Weltkongreß der Skeptiker ausrichtete (ZEIT Nr. 32/98). Kein Scharlatan entgeht seinem skeptischen Auge - etwa wenn alljährlich die Bilanz der Fehlprognosen von Wahrsagern veröffentlicht wird.

Doch jetzt wird den Skeptikern aus den eigenen Reihen Dogmatismus vorgeworfen. Der Vereinsname sei Augenwischerei, behauptet ein Grüpplein um den Heidelberger Astrologieexperten Edgar Wunder, Es würden nämlich kaum kritische Untersuchungen durchgerührt. Für die meisten Mitglieder sei die Einstellung zu den Parawissen-schaften eine langst entschiedene Glaubensfrage, man verstehe sich als Kampfverband gegen alles, was der etablierten Wissenschaft zuwiderlaufe.

Der Verein reagierte hart: Die Kritiker wurden aller Ämter enthoben. Wunder, der als Chefredakteur des Vereinsblatts Skeptiker auch schon einmal Vertreter der anderen Seite zu Wort kommen ließ, verlor seinen Job. GWUP-Geschäftsführer Amardeo Sarma wolle das Blatt weniger zur wissenschaftlichen Aufklärung als zur "Meinungsmache" nutzen, so Wunder. Was dieser vehement abstreitet: Der Rausschmiß der Gruppe um Wunder beruhe auf rein persönlichen Differenzen, einen Richtungsstreit gebe es nicht. Das alles erinnert fatal an das politische Sektenwesen der siebziger Jahre, als die Unerbittlichkeit der Auseinandersetzung stets umgekehrt proportional zur Bedeutung der Partei war. Damals scherzte man, der letzte Maoist sei bei dem Versuch umgekommen, sich selbst zu spalten. Der Skeptiker verband reagierte zunächst mit Geschichts-bereinigung: Binnen Tagen waren alle Spuren der Abtrünnigen aus den Web-Seiten der GWUP getilgt. Die Mitglieder wurden bis heute nicht über die Richtungskämpfe informiert.

Die Renegaten haben inzwischen einen neuen Verein mit dem Namen Forum Para-wissenschaften gegründet. Und gleich ein Zeichen gesetzt: Am vergangenen Freitag trafen sie sich mit den Parapsychologen vom Freiburger Institut für Grenzgebiete der Psychologie - für dogmatische Skeptiker gewiß ein Fall von Verbrüderung mit dem Feind.

 
Seitenanfang
Presseschau

Bewußtsein auf wechselnden Pfaden Kein fester Ort im Gehirn / Verändertes neuronales Aktivitätsmuster bei Routinehandlungen aus der FAZ v. 06.01.99, von Rolf Degen, notiert von A. Haxel

Wenn man zum ersten Mal eine Fertigkeit wie Klavierspielen oder Maschineschreiben einübt, wird jeder kleine Schritt wohl durchdacht und mit voller Bewußtheit ausgeführt, ist die Tätigkeit aber erst einmal in Fleisch und Blut übergegangen, läuft die gesamte Sequenz ohne Zutun des Geistes gewissermaßen von selbst ab. Dieser Trainingseffekt bietet Neurowissen-schaftlern eine Möglichkeit, nach jenen Strukturen im Gehirn zu fahnden, die bei bewußten Handlungen aktiv werden. Dies könnte sogar dabei helfen. das Bewußtsein als solches zu lokalisieren.

In den vergangenen Jahren hat man mehrfach mit neuen bildgebenden Verfahren wie der Positronen-Emissions-Tomographie untersucht, wo im Gehirn die Aktivität bei einer Handlung ansteigt. In manchen Fällen wurde auch ein Vergleich zwischen Anfängern und Routiniers vorgenommen. Wenn man die Aktivilätsmuster dieser beiden Gruppen auswertet. müßte das für bewußte Handlungen charakteristische Erregungsmuster deutlich hervortreten, wie der Neurologe Marcus E. Raichle von der Washington Universitv in dem Fachjournal "Philosophical Transactions of the Royal Society of London" (Bd. 353, S. 18891 schreibt.

In Raichles eigener Versuchsreihe bekamen die Probanden auf einem Monitor in rascher Folge eine Serie von Substantiven vorgeführt, zu denen sie geeignete Verben artikulieren sollten. Ein etwa zu "Hammer" passendes Verb wäre "schlagen". Während der Prozedur wurde mit der Positronen-Emissions-Tomographie die Hirntätigkeit sichtbar gemacht. Am Anfang steuerten die Versuchspersonen nur schleppend Wortverknüpfungen bei, aber mit zunehmender Übung kamen ihre Äußerungen immer flüssiger. Sie mußten nicht mehr nachdenken, um die Sprechmotorik in Gang zu setzen.

Die Ergebnisse ermöglichen eine klare Abgrenzung zwischen der bewußt gesteuerten und der selbständig ablaufenden Hirnfunktion. Als sich die Probanden noch voller Aufmerksamkeit der Aufgabe widmeten, traten einige besonders aktive Kerngebiete in der Darstellung hervor. Die "heißen Flecken", die sich mit zunehmendem Training auflösten, liegen vor allem im vorderen singulären Kortex. einem Teil des limbischen Systems, der zum Stirnlappen gehört. Auch der linke präfrontale Kortex - die vorderste Region und höchste Instanz des Gehirns - und der linke Schläfenlappen wiesen eine gesteigerte Tätigkeit auf. Das Kleinhirn, das man früher nur mit der Bewegungssteuerung in Verbindung brachte, beteiligte sich ebenfalls an dieser geistigen Arbeit.

Einige Nervenzentren indessen wurden beim bewußten Lösen der Aufgabe deaktiviert. Mit zunehmender Routine begannen sie. intensiver zu arbeiten. Besonders auffällig war diese Veränderung im hinteren singulären Kortex, einer Region im unteren Schläfenlappen. In der ersten Lernphase ließ sich dieses Zentrum auf den Bildern fast nicht erkennen. Als aber die Aufgabe weitgehend automatisch gelöst wurde, hob es sich als helle und somit aktive Struktur von der Umgebung ab. Dies beweist nach Ansicht des Forschers. daß Fertigkeiten im Verlauf des Trainings nicht einfach weniger Hirnkapazität beanspruchen. Bei diesem Experiment mußte im Gehirn ein Weg zwischen dem Zentrum für die Wort Wahrnehmung und dem Zentrum für das Sprechen gebahnt werden. Zu Beginn der Übung wird aber offenbar eine ganz andere Route eingeschlagen als gegen Ende.

Daß der hintere singuläre Kortex bei der bewußten Steuerung deaktiviert wird. paßt zu einer anderen Beobachtung. Es handelt sich nämlich um jene Region, die von allen Nervenzentren die höchste Aktivierung aufweist, wenn Menschen im Ruhezustand und ohne Aufgabe das Geschehen um sie herum verfolgen. Die Aufgabe dieser Hirnstruktur besteht vermutlich darin, visuelle Eindrücke als Ganzes zu überwachen und zu bewerten. Richtet sich die Aufmerksamkeit jedoch auf ein spezielles Detail oder eine besondere Aufgabe. wird diese Universalaufsicht abgestellt. Der hintere singuläre Kortex ist die erste Hirnregion, die im Verlauf einer Alzheimer-Krankheit beeinträchtigt wird. Nach einer Schädigung in diesem Zentrum büßen Patienten die Fähigkeit ein, das gesamte Blickfeld zu beachten: ihre Wahrnehmung reduziert sich auf eine Tunnelsicht.

Die für Bewußtheit sorgenden Zonen des Gehirns sind offenbar bei jeder Fertigkeit an einem anderen Ort lokalisiert. Das schließt Raichle aus einem weiteren Experiment. Hierbei sollten die Teilnehmer mit zugebundenen Augen einen Stift durch ein Labyrinth führen. Auch bei diesem Versuch erwarben die Probanden mit der Zeit eine immer höhere Gewandtheit. Mit der Positronen-Emissions-Tomographie ließen sich wiederum Nervenzentren ausfindig machen, die entweder in der Anfangsphase der bewußten Steuerung oder erst nach einigem Training aktiv wurden. Als die Aufgabe noch neu und ungewohnt war, konnte man eine erhöhte Nerventätigkeit im rechten prämotorischen Stirnlappen, im rechten Scheitellappen und im linken Kleinhirn registrieren. Nachdem das Lösen der Aufgabe zur Routine geworden war. stieg dagegen die Aktivität des supplementären motorischen Kortex im Stirnlappen.

Wie Raichle aus den Ergebnissen schließt, gibt es vermutlich kein örtlich identifizierbares Zentrum, das Bewußtsein "ausgießt", so wie eine Drüse ein Hormon ausschüttet. Die Verhältnisse ähneln wahrscheinlich denen in einem Orchester, wo ebenfalls nicht ein einziges Instrument die Melodie trägt. In beiden Fällen hat man es mit räumlich verteilten Prozessen zu tun. die von wechselnden Mitspielern ausgeführt werden. Zu verschiedenen Zeilen einer Aufführung werden unterschiedliche Teilnehmer für die gemeinsame Darbietung rekrutiert.

 
Seitenanfang
Presseschau

Ein seltsamer Krieg - Zehn Auffälligkeiten / Von Hans Magnus Enzensberger aus der FAZ v. 14.04.99, notiert von A. Haxel

1. Die klassischen Kriegsgründe sind: Eroberung, geostrategische Interessen, Kampf um Handelsrouten, Absatzmärkte und Rohstoffvorkommen. Keiner dieser Gründe spielt bei dem gegenwärtigen Konflikt eine Rolle. Daher das ungläubige Rätselraten über die Motive des Westens. Noch am handfestesten erscheint die Abwehr unerwünschter Flüchtlingsströme in die Länder des Westens, ein "nationales Interesse" im traditionellen Sinn, das aber niemand öffentlich geltend machen will. Ein Krieg aus humanitären Gründen erscheint den Skeptikern unvorstellbar, doch ihre Suche nach bösen amerikanischen Hintergedanken hat bisher keine Früchte getragen. Womöglich handelt es sich tatsächlich um ein historisches Novum.

2. Zugleich ist die bizarre Idee aufgetaucht, man könne Krieg führen, ohne daß Tote zu beklagen wären. Auch das hat es noch nie gegeben. Ein solcher Gedanke kann nur in friedensverwöhnten Wohlstandsgesellschaften Fuß fassen, die sich vor allen Zumutungen der Geschichte gefeit wähnen. Neu ist auch die Regel, daß die Zivilbevölkerung geschont werden muß. Es handelt sich um eine überraschende Kehrtwendung: Noch im Zweiten Weltkrieg war es ein erklärtes Ziel der alliierten Bomberkomman-dos, so viele deutsche Zivilisten wie möglich umzubringen.

3. Wenn dennoch Gewalt gegen Personen angewendet wird, wissen die Medien auf eigentümliche Weise zu differenzieren. Drei amerikanische Soldaten, die in Gefangenschaft geraten sind, haben im Fernsehen und in der Presse dasselbe Gewicht wie ein oder zwei Dutzend verletzter oder getöteter Serben, und diese wiederum wiegen ein paar hunderttausend vertriebener Kosovaren auf. Das spezifische Gewicht eines Menschenlebens ist offenbar eine variable Größe.

4. Ein Machthaber, der seit mehr als zehn Jahren mit großer Energie und beachtlichem Erfolg den Ruin seiner Nation betreibt, wird übereinstimmend als Nationalist beschrieben. Die Zerstörung des Landes geschieht unter dem enthusiastischem Jubel großer Teile der Bevölkerung - ein Syndrom, das den Deutschen bekannt vorkommen müßte.

5. Während auf der serbischen Seite totale Einstimmigkeit herrscht, kommt es im Westen zu einem Streit mit überraschenden Fronten. Die Reste der Friedensbewegung demonstrieren in Deutschland Seite an Seite mit den Anhängern eines Kriegsverbrechers. Zwischen Kommunisten, Gaullisten und Rechtsradikalen kommt es zu seltsamen Bündnissen.

6. Auch in der islamischen Welt zeigen sich Verwerfungen. Ihre Solidarität mit den verfolgten Glaubensbrüdern läßt zu wünschen übrig. Die reichen Ölländer rühren für die vertriebenen Muslime keinen Finger und überlassen alle Versuche. Ihnen beizustehen, den Ungläubigen aus dem Westen.

7. Der Medienkrieg verläuft asymmetrisch. CNN lädt die Belgrader Führung ein, sich ausführlich zu äußern, und sendet dankend deren Anklagen gegen die Nato. Das ist, ebenso wie der offene Meinungsstreit, ein Zeichen der Stärke. Die frontalen Lügen der serbischen Seite wirken hilflos, verglichen mit der Militärzensur des Westens, die sich darauf beschränkt, unerwünschte Tatsachen zu verschweigen.

8. Die Opfer, um die es geht, werden nach ihrer Sicht der Dinge nicht gefragt. Niemand scheint sie für kompetent zu halten. Dabei ist es ihr Land, um das gekämpft wird. Sie kennen den Kosovo besser als jeder Militär in Brüssel oder Washington. Mit dem Terrain sind sie vertraut, sie sind hervorragend motiviert und weit entschlossener, ihre Peiniger zu bekämpfen als ein Soldat aus Minnesota, Sheffield oder Mainz. Warum bewaffnet sie der Westen nicht?

9. Auch für die völkerrechtlichen Probleme bietet sich eine einfache Lösung an. Die Kosovo-Albaner haben vor Jahren mit überwältigender Mehrheit ein Parlament und eine Regierung gewählt. Warum wird diese Regierung nicht von den Nato-Ländern anerkannt? Präzedenzfälle gibt es genug. Das Argument, daß das Eingreifen im Kosovo die serbische Souveränität verletzt, wäre erledigt, der Verteidigungskrieg der Albaner völkerrechtlich legitimiert.

10. Zwischen dem Krieg der Serben im Kosovo und dem Krieg der Nato im Luftraum über dem Balkan besteht eine Zeitdifferenz von vierhundert Jahren. Wer sich von den Plünderungen. Brandschatzungen, Massakern und Greueltaten der serbischen Soldateska ein Bild machen will, sollte sich nicht auf CNN verlassen, sondern Grimmelshausen lesen.

 

Über DEGUFO.de •  Kontakt •  © Copyright DEGUFO eV

Seitenanfang