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Bericht: Ausstellung Hamburg

Ein persönlicher Abschlußbericht von Gerhard Cerven, Organisator und Koordinator dieser einmaligen und einzigartigen Veranstaltung.

Geschafft - es ist vollbracht. Befreiender Ausruf nach zwei Stunden Abbau am Montagabend gegen 21.00 Uhr (der Aufbau am 28.2. abends hatte bis gegen 1.00 Uhr morgens ja nur "geringfügig" länger gedauert!): Drei PKW- Ladungen Exponate und Material werden zum Sortieren gebracht (ach ja, müssen dazu natürlich wieder ,ußerst vorsichtig entladen und in den vierten Stock transportiert und gelagert / verpackt werden) . Sieben Vitrinen sind leergeräumt, zwei UFOs "abgestürzt", zwei Drachen wieder am Boden zerlegt, fünfzehn doppelseitige Hängeposter gestapelt, sieben Infotafeln und acht Bilder sowie ein Raketenaufriß sind abgehängt, und das, nachdem einige Aussteller ihre Teile schon direkt abgeholt hatten.
Doch beginnen wir zunächst mit ein wenig offizieller Statistik: Ca. 250.000 Menschen drängten im Ausstellungszeitraum durch die Ladenpassage - und auch Sonntags riß der Besucherstrom nicht ab! Über 25.000 Werbe- und Infozettel wurden an die Interessierten und Neugierigen verteilt, über zwanzig verschiedene Videofilme wurden gezeigt (wobei keine einzige Filmwiederholung ohne zwanzig bis dreißig Betrachter blieb, und das, obwohl keine ausreichenden Sitzgelegenheiten und nur eine mangelhafte Akustik infolge des hohen Geräuschpegels möglich war!) und mehrere hundert Magazine, Broschüren etc. fanden einen Käufer.
Vertreter von nicht weniger als elf verschiedenen Gruppen und Vereinen waren persönlich erschienen, darunter unter anderem der Marsforscher Walter Hein aus Wien und Michael Hesemann aus Düsseldorf, dazu die ADI-TP aus Frankfurt, die IPE aus Essen, GRAL aus Berlin, die MG-Redaktion aus der Nähe von Koblenz, GEAS aus Delmenhorst, Autor Willi Schillings etc......
Und erst das Medienecho: Fünf TV - Beiträge, zum Teil mehrfach wiederholt, überregional ausgestrahlt und per Kabel/ Satellit überall zu empfangen, ein gutes Dutzend Radiointerviews und mehrere größere Presseberichte vom Saarländischen Rundfunk bis zur Berliner Zeitung, wobei eine fast zweistündige Radio- Ufo - Talk - Line am 13.3. ab 18.00 Uhr den Abschluß bildete, spiegelten das lebhafte öffentliche Interesse an dieser einzigartigen Ausstellung nicht nur im Großhamburger Raum wieder. Und alles in allem wurde über die Ausstellung ebenso sachlich und offen berichtet, wie es die Veranstalter auch selbst beabsichtigt hatten - nicht ein einziger unsachlicher "Verriß" wurde verzeichnet ! Und obwohl die Ausstellung auf "neutralen Boden" ausgerichtet wurde, kann die Bilanz für die DEGUFO selbst auch "Superlative" aufweisen: Über 65 verkaufte DEGUFORUM, ein gutes Dutzend Sofortbeitritte aus dem gesamten norddeutschen Raum, über 20 noch zur Auswertung anstehende Sichtungsberichte von 1970 bis 11.3.94 (!) (die jetzt die weitere Arbeit im Norden mitbestimmen werden) sind zu vermelden. Daß wirklich eine enorme Resonanz in der Bevölkerung vorhanden war, davon konnte sich der Vorsitzende der DEGUFO, Reinhard Nühlen, am 12./ 13.3. anläßlich seines fast zweitägigen Aufenthalts am Infostand der Ausstellung selbst überzeugen . Ständig mehr oder weniger von fragenden Besuchern und Betrachtern umringt, wurde ihm die besondere Situation der "Auskunftspersonen" am Infostand schnell deutlich. Genau hier liegt auch einer der Hauptgründe für den außergewöhnlichen Erfolg dieser Ausstellung, daß zum einen allen Fragenden eine möglichst umfassende Antwort gegeben werden konnte und zum anderen für alle auch noch so absurd klingenden Fragen stets ein offenes Ohr vorhanden war. Hierbei muß eindeutig und ganz besonders das Verdienst unseres Mitgliedes aus Darmstadt, Herrn Michel Speith, hervorgehoben werden, der eigens für die Ausstellung nach Hamburg gereist war, der über den ganzen Zeitraum zu einem immer wichtigeren und mit am meisten beschäftigten Mitarbeiter im Team wurde, und der als ein Ansprechpartner die DEGUFO vor Ort ganz wesentlich mitrepräsentierte und dadurch auch ganz besonders zu einer positiven Gestaltung der Arbeit des stets gestreßten Infostandpersonals mit beigetragen hat. Natürlich wurde er täglich von anderen RUFON DEGUFO- Mitgliedern und einigen stark interessierten freiwilligen Helfern unterstützt, so daß stets mindestens zwei, bei Spitzenandrangszeiten sogar bis zu sechs Ansprechpartner gleichzeitig präsent waren. Ihnen allen, die auch im wesentlichen am Auf- und Abbau beteiligt waren, gehört unser aller Dank.
Nur durch diese tatkräftige Mithilfe war die Ausrichtung einer solchen Veranstaltung überhaupt erst möglich. Dies ist aber auch gleichzeitig der Wermutstropfen für mögliche Folgeveranstaltungen: Zwar kann das Material wieder zusammengesucht und weitertransportiert werden, doch wer will nach einer solchen Leistung auch nur versuchen, eine ähnlich fundierte Betreuung der Besucher vor Ort personell und fachlich sicherzustellen? Erst muß diese Bedingung hinreichend erfüllt sein, dann kann man auch mit einem finanziell potenten Sponsor weiterplanen. Dabei sind allein die Nebenkosten wie Plakaterstellung, Infomaterial, Werbung etc. in Hamburg mit fast 10.000.- DM nur durch starken persönlichen Einsatz und viel Eigeninitiative und Selbstarbeit nicht über den vom Veranstalter bereitgestellten Etat hinausgewachsen. Auf diese Kosteneinhaltung ist das Organisationsteam besonders stolz!! Zudem stellte keiner der angesprochenen Aussteller Eigenleistungen in Rechnung und stellte damit ebenso wie alle beteiligten Gruppen mehr oder weniger aktiv den Erfolg dieser Ausstellung sicher.
Daß man es andererseits niemals allen und jedem recht machen konnte, ist eine alte Weisheit und hat sich auch hier wieder bewahrheitet, aber niemals mußten wir uns fremder Hilfe bedienen oder wurden gar offenen Anfeindungen ausgesetzt, wie überhaupt nur von einem klaren und planmäßigen Ablauf gesprochen werden kann.
Selbst die alte Dame, die zweimal Mitarbeiter morgens mit den Worten "Ich glaube nicht an UFOs" ansprach, suchte weniger das Streitgespräch, als vielmehr überhaupt einen Gesprächspartner, nahm einen ganzen Packen Infomaterial mit, das sie ihrem Schwiegersohn schicken wollte: "Der ist jünger und kann sich besser damit auseinandersetzen!"
In diesem Sinne möchte ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge meine kurze Rückblende auf die vergangene Ausstellung beschließen, weil es trotz aller Anstrengungen und vieler Belastungen einfach Spaß gemacht hat, auch wenn eine starke Grippe kurzzeitig fast einen k.o. verursacht hätte, mit einer solchen spektakulären Aktion an die Öffentlichkeit zu treten, - mit einem weinenden Auge insofern, daß einen jetzt der Alltag wiederhat und man nun wieder hinter den täglichen Problemchen herhetzen muß, vor denen man sich während der Ausstellung im Gespräch mit vielen fremden Interessierten fast sicher gewähnt hat.

Erläuterungen zur Ausstellung:
U=unidentified
F=flying
O=object

Begriff des UFO i.w.S.:
Alle einem beliebigen Beobachter zum Zeitpunkt der Erfassung, gleich mit welchen Sinnesorganen oder techn. Hilfsmitteln, unbekannte und nicht näher identifizierbare Erscheinungen, d.h. auch Lichter und Leuchterscheinungen ggf. ohne feste Strukturen.

Begriff des UFO i.e.S.:
Was nach genauer und sorgfältiger Prüfung durch geschultes, fachkundiges Personal bei Berücksichtigung aller zugänglichen Fakten und Umstände weiter als ein unidentifizierbares Phänomen erhalten bleibt.

Glasvitrinen im Hanseviertel:
INFOTAFEL 1
HISTORISCHE UFOs
Seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte beobachten unsere Vorfahren den Himmel und seine Erscheinungen. Viele derartige Darstellungen sind uns überliefert.
Ebenso war es schon immer ein Menschheitstraum, fliegen zu können. Doch spätestens seit der griechischen Sage von Ikarus wissen wir von den damit verbundenen tödlichen Gefahren. Dennoch spornte Mut und Forschergeist die Flugpioniere immer wieder zu neuen Versuchen an. So erreichte der Mensch nach nicht einmal 70 Jahren seit den ersten Motorflügen bereits den Mond.
Lassen sich erste UFO-Wellen 1896/97 in den USA vielleicht noch als Vorläufer der beginnenden Zeppelin-Ära erklären, so stehen wir doch fassungslos vor den biblischen Berichten eines Hesekiel ! Sein Flugobjekt und die Rekonstruktion durch den ex-NASA Ingenieur J.Blumrich und die dazu passende, vom deutschen Ingenieur H.H. Beier unabhängig wiederentdeckte Bodenanlage (Tempel Salomon s.Bild 2) werfen noch bis heute viele Fragen auf, die vor allem Erich von Däniken publik macht.

INFOTAFEL 2
DER MYTHOS VON DEN "FLIEGENDEN UNTERTASSEN"

Die Sichtung von Ken Arnold am 24.6.1947 bescherte uns diesen Mythos als eine Schöpfung der US-Presse. Da scheinbar herkömmliche Erklärungen ausgeschlossen waren, inclusive einer als deutsche Geheimwaffe des III.Reiches, blieb als UFO-Herkunftsort nur noch der Weltraum. Niemand vermochte bisher einen Beweis dafür oder dagegen zu erbringen, dennoch fasziniert uns diese Erklärungsmöglichkeit bis heute, ungeachtet der uns bekannten interstellaren Entfernungen.
Weiterhin halten sich hartnäckig Gerüchte von Abstürzen solcher Objekte (s. Bild 3) und der Verschwörung der US-Regierung und der NASA mit deren Besatzungen. Seit 1977 klagen UFO-Gruppen z.T. erfolgreich auf die Herausgabevon geheimen US-Dokumenten, konnten eine Verschwörung aber bislang (noch) nicht aufdecken. Bis zum heutigen Tag spiegelt sich dieser Glaubenskrieg und die Vielfalt der verschiedenen Meinungen in der überaus zahlreichen Literatur zum Thema wider. Das weltumspannende Phänomen präsentierte selbst ein "UFO-GLASNOST".

INFOTAFEL 3
VOM "KONTAKTLER" ZUM "ENTFÜHRTEN"

Bald befanden sich Menschen, die quasi als Mittler zu den UFOs auftraten und sich selbst zum Sprachrohr der Außerirdischen machten, so z.B. George Adamski als Bindeglied zu den "Venusiern". Ebenso schnell uferte diese Bewegung aus und alsbald waren alle Planeten in unserem Sonnensystem bewohnt. Die "kosmischen Brüder" Kontakten bis heute noch "Billy" Meier in CH-Hinterschmidtrüti ! Seit dem 19.9.61 bekam diese Art der Beziehung aber eine neue Dimension: Nun waren Menschen plötzlich Opfer eine schmerzhaften medizinischen Untersuchung, was vielen Untersuchten zunächst gar nicht bewußt geworden war. Erst im Laufe der Zeit und/oder nach Hypnoserückführungen konnten sie ihre z.T. erschreckenden Erlebnisse schildern. Zwar ist nach wie vor sehr strittig, ob diese Erlebnisse etwas mit "Außerirdischen" zu tun haben, unstrittig aber sind die festgestellten "posttraumatischen Schockreaktionen". Steigend wirkt sich dieses Szenario vor allem auf die Auflagenhöhe meist amerikanischer Autoren aus (s.Bild 4).

INFOTAFEL 4
DIE NEUESTEN SICHTUNGSMELDUNGEN

Seit der Wiedervereinigung ist auch eine Verlagerung der Aktivitäten der UFOs nach Mitteleuropa feststellbar:
Beherrschten 1988/89 noch Puerto Rico und Gulf Breeze (Florida) vornehmlich die Schlagzeilen der UFO-Presse, so sind ab Nov. 89 über 18 Monate lang die belgischen Dreiecke und im Aug. 90 die Lichtbälle über Greifswald darin bestimmend. Dazu kommt ein Wust an bekanntwerdendem sowjetischen Material von ganz unterschiedlicher Güte.
Allerding verlaufen die mitteleuropäischen Sichtungen ganz im Gegensatz zu den amerikanischen Fällen wesentlich unspektakulärer, ganz ohne Landungen, Kontakte, Entführungen oder Viehverstümmelungen. Dafür kann erstmalig ein Sprecher der belgischen Luftwaffe öffentlich die Möglichkeit der Existenz von UFOs nicht mehr ausschließen, wohl aber die Behauptung, daß es sich um herkömmliche Flugzeuge oder um US-Geheimwaffenerprobungen handeln könne. Außerdem beweist die belgische UFO-Forschungsgruppe SOBEPS ihre Qualitäten als Partner von Regierungsstellen bei der Erfassung/Erforschung der auftretenden Phänomene.

INFOTAFEL 5
GEHEIMNISVOLLE SPUREN IM KORN?
Die 80er Jahre brachten eine wachsende Zahl an Kreisformationen auf den südenglischen Feldern in die Schlagzeilen. Obwohl mindestens seit Mitte der 60er Jahre in australischem Sumpfgras bereits bekannt, stürzten sich anfangs Medien und Fangemeinden auf das "neue" Rätsel.
Lösungsvorschläge wurden ebenso schnell geboren wie wieder verworfen, nur die Kreise blieben. Zwar konnte bisher keine direkte Verbindung zu den UFOs nachgewiesen werden, aber ein Auftreten beider Phänomene in gleichen Regionen ist feststellbar. Dann exportierten sich die Kreise in andere Länder und in Sand, Stein und Schnee, und ab 1990 traten richtiggehende Bodenkunstwerke in das Rampenlicht einer erstaunten Öffentlichkeit (sog. Piktogramme). Nachdem eine Vielzahl als Fälschungen entlarvt wurde, ist die "Cerealogisten-Szene" heute stark verunsichert. Fest steht definitiv nur eins: Trotz aller Anfeindungen und einer unübersehbaren Zahl an Fälschungen sowie der nachfolgenden Ächtung des Themas durch die getäuschten Medien bleibt auch diese Phänomen immanent und ist im Kern nach wie vor ungelöst.

INFOTAFEL 6
IRDISCHE RAUMFAHRT

Über die Lüfte setzte der Mensch bald konsequent seinen Weg zu den Sternen fort, wobei ihm der Mond als erdnächster Trabant als willkommenes Sprungbrett dienen sollte. Nach der Bewältigung dieser 1969 war das nächste Ziel der bemannten Raumfahrt unser roter Nachbar Mars, zumal Fotos eines möglichen "Marsgesichtes" (s. Bild 9) und anderer Bodenstrukturen (u.a. in Pyramidenform) alten sberlieferungen einer frühen Marszivilisation wieder Auftrieb gaben. Angeheizt wird diese Theorie durch den Ausfall mehrerer sowjetischer und US-Sonden, die den Mars erforschen sollten, insbesondere erst kürzlich der "Verlust" des "Marsobserver". Derweil ziehen unbemannte Sonden und Satelliten ihre Bahn durchs Weltall und übermitteln der Wissenschaft eine ungeheure Flut an Daten und Fakten. Zwar tauchen Berichte über mögliche Begegnungen von solchen Fahrzeugen, wie auch bemannten Raumfähren mit UFOs ebenfalls auf, aber weder sie noch die Fülle an Aufklärungssatelliten vermag uns Klarheit über den wahren Ursprung und die Absichten der UFOs zu vermitteln.

INFOTAFEL 7
SCINCE ODER FICTION?
Wohl kaum ein Mensch kann sich dem Bann von phantastischen Romanen etwa eines Jules Verne entziehen, die im Laufe des steten technischen Fortschritts natürlich auch eine entsprechende Weiterentwicklung durchmachen mußten. Ist die "Science Fiction" dabei auch von "Außen" inspiriert, wie Horst Berg meint, der liebenswert-schrullige Hamburger UFO-Forschungsstation-Commander ?
Eine Art "Trendwende" in der Form der 'filmischen Darstellung von außerirdischen Lebensformen gibt es schon, seit nicht mehr die die Menschheit versklavenden Monster aus dem All die Oberhand haben, sondern "E.T.", Alf, und Star-Wars-Teddys. Überhaupt gehört Raumschiff Enterprise, Perry Rhodan oder He-man inzwischen zur Ausstattung vieler Kinderzimmer, und niemand stört sich an Film- und Fernsehtiteln wie "Mein Vater ist ein Außerirdischer" oder "Meine Stiefmutter ist ein Alien". Gehört dies zum großen Plan", der Vorbereitung zum "Offenen Kontakt"? Oder bleibt uns nur die Evakuierung des von uns selbst unbewohnbar gemachten ehemaligen "Blauen Planeten"? Und wenn ja, wohin?

Danksagung: Unser Dank gebührt allen direkt oder indirekt an der Ausstellung beteiligten Personen, Gruppen, Institutionen, Vereinen und Firmen, ohne deren Unterstützung dieses Projekt nie hätte verwirklicht werden können.

Für die Degufo, Gerhard Cerven

 
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Veranstaltungen

Hans J. Andersen: Polsprung und Zukunft

Am 18.03.1994 fand ein Vortrag von Hans J. Andersen innerhalb der "UFO-Forschungsgruppe Hannover" unter der Leitung von Ruth Bäger statt.
Andersen studierte nach dem Krieg Psychologie. Das war aber nicht das einzige, was sein Interesse weckte. So studierte er noch auf anderen Gebieten weiter - Altertumskunde, Astronomie sowie PSI-Forschung. Insbesondere faszinierten ihn Entdeckungen über die Vergangenheit und die Zukunft der Menschheit. Er hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, die Voraussagen von Sehern wie Nostradamus und Edgar Cayce zu vergleichen und wissenschaftlich zu erklären. Überwiegend handelte es sich bei den Präkognitionen um Katastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen und globale, geologische Veränderungen, was ihn zu der Polsprung-These führte.

Andersen leitete seinen Vortrag mit der Erklärung der Begriffe Polsprung und Polwende ein und gab Beispiele über wahrscheinliche Polsprünge und deren Auswirkungen in der Vergangenheit. Die Abb.1 zeigt am Beispiel eines Kreisels wie sich eine Polwende vollzieht. Andersen führte dieses simple, wie beeindruckende Experiment während seines Vortrages vor. Bemerkenswert dabei ist, daß es durch die Rotation eine Eigenstabilisierung des Systems gibt, aber der Kreisel sich durch geringste Beeinflussung von Außen auf die Spitze stellt, wobei die Drehachse fest bleibt.
Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie dies auf die Erde zu übertragen ist. Die Erdkruste, so Andersen, gleitet nach Ansicht von Geophysikern auf einer elastischen Schicht, die es ermöglicht, daß sich Kontinente relativ zum Erdkern verschieben können, ohne daß sich dabei die Erdachse verlagern muß. Eine Achsenveränderung würde seiner Ansicht nach außerdem zu einer extremen Zerreißprobe der Erde führen.
Er ist überzeugt, daß mit der kommenden Naturkatastrophe gleich zwei Phänomene über uns hereinbrechen. Nämlich zuerst eine Polwende und kurz danach ein Polsprung, wie es sie in der jüngeren Erdgeschichte wohl noch nicht gegeben hat.
Wie schon erwähnt, handelt es sich bei der Polwende um eine exakte Drehung der Erdkruste um 180ø. Sehr viel folgenschwerer dagegen ist der Polsprung, bei dem es zu einer mehr oder weniger großen Verlagerung der geographischen Pole kommt. Wegen der nicht exakten Kugelform der Erde kommt es dabei zu Rissen und Stauchungen der Erdkruste, wie weiter unten beschrieben. Mit den von Sehern beschriebenen Klimaänderungen nach dem Polsprung kommt er zu dem Ergebnis, daß es dabei wahrscheinlich zu Polverlagerung von 30-35° kommen wird. Der Südpol läge dann im Süd-Atlantik, der Nordpol im Beringmeer. Damit verbunden ist natürlich auch eine Versetzung der Äquatorlinie, sodaß das Klima in Mitteleuropa deutlich wärmer werden wird.
Er favorisiert dabei zwei Theorien, die eine solche Polwende bzw. Polsprung auslösen können. Zum einen führt er eine schlagartige Umpolung des Erdmagnetfeldes durch einen "kosmischen Blitz" an, der durch gewaltige Explosionen auf der Sonne entstehen könnte, wofür Überlieferungen aus dem Altertum sprechen. (Nach Nostradamus wird dabei ein neuer Himmelskörper namens Colision aus der Sonne "geboren", den Andersen auch verantwortlich für die Lichterscheinungen bei der Geburt Jesu hält.) Die Folge davon würde sein, daß sich das rezente Magnetfeld im erkalteten Lavagestein und das des Erdkerns wegen identischer Polung abstoßen würden und sich die Erdkruste auf dem gleitenden Kanal um 180° dreht, bis also wieder Kräftegleichgewicht herrscht. Die zweite These geht davon aus, daß der Impuls für den Polsprung von einem anderen Planeten herrührt.
Dieser Planet, Typhon, der eine so stark elliptische Bahn um die Sonne beschreibt, daß er von der modernen Wissenschaft noch nicht entdeckt wurde und nach Andersen 1999 zu sehen sein wird, ändert die Planetenbahnen unseres Sonnensystems. Nach Andersen ist dies möglich, weil Typhon zwar relativ klein aber sehr massereich ist. Dadurch kommt es zu einer direkten Beeinflussung der Erde durch die Venus. In Abb.2 ist das geomagnetische Dipolmoment über der Zeit aufgetragen. Das Dipolmoment läßt sich mit Hilfe der C14-Methode bestimmen, das auf magnetisches Gestein angewendet wird; wegen Meßungenauig-keiten sind dabei exakte Jahresbestimmungen nicht möglich. Zu bedenken ist jedoch, daß keine Ortsabhängigkeit besteht.
Auffallend ist, daß die von Andersen bestimmten Jahreszahlen nahezu exakt mit den Minima der Dipolmomente übereinstimmt. Nach seiner Theorie steht das Bewußtsein des Menschen im direkten Kontakt mit dem Lebewesen Erde, indem durch negative Energie das Erdmagnetfeld geschwächt und dadurch anfällig gegen äußere Einwirkungen wird. Er gründet das darauf, daß einem Dipolminimum immer ein sittlicher Verfall von Kultur vorausgegangen ist, was er auch als Auslöser für den Untergang der Atlantis-Insel Poseidonis sieht, das er auf das Jahr -5320 veranschlagt (s.Abb.2).

Wie schon erwähnt, gründet Andersen seine Datierungen auf einer Kombination von Kalenderkunde unter Einbeziehung von Dokumenten vor Entstehung der Schrift (z.B. Felsgravierungen), Auswertung antiker Chronologien in Verbindung mit astronomischen Überlegungen und einer darauf aufbauenden Zeitrechnungskunde, sodaß er nach eigenen Aussagen in seinen Berechnungen Ungenauigkeiten von nur +/- 1 Jahr besitzt.

Wenn es Polwenden und die mit ihnen einhergehenden Flutkatastrophen (vgl. biblische Sintflut) gegeben hat, so muß man auch heute noch Beweise dafür finden können. Davon gibt es nach Andersen mehrere. Zum einen findet man in Mesopotamien und dem Irak meterdicke Lehmschichten (Fluthorizonte), die durch Anschwemmungen entstanden sind, wo es eigentlich keine geben dürfte, was vielen Archäologen ein unlösbares Rätsel zu sein schien und ohne Polwenden-Theorie immer noch ist. Als weiteren Beweis führt er alte Texte an, die von einem Sonnenaufgang im Westen erzählen, was man ursprünglich für einen Fehler im Text hielt. Aber genau das ist es ja, was eine Polwende charakterisiert, so Andersen. Denn gelangt die Nordhalbkugel unter den Südhimmel und umgekehrt, bleibt dabei die Rotationsrichtung unverändert (s.Abb.1), die Sonne geht dann im Westen auf und im Osten unter. Das geschieht solange, bis es zu einer 2.Polwende kommt, die, wie aus Abb.2 zu ersehen, relativ kurz nach der ersten erfolgt.
Was in der Vergangenheit geschah, muß natürlich für die Zukunft ebenso möglich sein und zwar nach Andersen schon in sehr naher Zukunft.
Bis 1999 soll es zur ersten Polwende und kurz darauf zum Polsprung kommen. Anzeichen in der Natur für die Katatrophe sollen jedoch schon sehr viel früher sichtbar werden. Die 2.Polwende steht dann für 2053/2054 an, d.h. die Erde dreht sich wieder in ihre Ausgangslage zurück.
Als Vorboten der ersten Polwende nennt Andersen:

  • Wetterextreme, Ozonloch, Klimaverschlechterung, Baumsterben etc., die wir ja alle jetzt schon erleben.
  • Ausbrüche von Vulkanen, u.a. wie von Cayce gesehen vom Vesuv in Süd-Italien und Pelee auf Martinique. Andersen hält außerdem den Ausbruch des kürzlich gefundenen Vulkans unter der Antarktischen Eisdecke für wahrscheinlich, was durch Abschmelzungen zu einer weltweiten Meeresspiegelerhöhung von 5m führen würde, wie von Wissenschaftlern berechnet.
  • Meteoriteneinschläge, die wegen des geschwächten Schutzschildes der Erde immer häufiger bis zur Oberfläche vordringen.
  • Eine kosmische Dunkelwolke, die nach Nostradamus den Mond 11 Monate verdunkelt.
  • Ein Himmelskörper namens Colison, der Teil der Sonne sein soll, leitet eine Bahnänderung der Erde um die Sonne ein.
    Solche Bahnänderungen soll es auch bei früheren Polwenden schon gegeben haben (nach 1.Polwende, -5320: 1 Jahr=360 Tage; nach der 2.Polwende, -4210: 14 Monats-Jahr; etc.).
  • "Aufbäumen" der Erde, ohne daß es zu einer Verkippung kommt, als Warnung für die Menschen.

Die eigentliche Polwende soll nach einhelliger Aussage von verschiedenen Sehern dann allerdings sehr schnell, innerhalb von drei Tagen, aber auch sehr heftig ablaufen. Die Schilderung des Fischers Johansson aus Norwegen zu Beginn unseres Jahrhunderts spricht von einem gewaltigen Weltorkan, der seinen Ursprung in der Nähe des Panama-Kanals hat, Andersen interpretiert dies als evtl. Polwenden-Drehpunkt mit schweren Überflutungen. Theresa Helena Higginson, die diese bevorstehende Katastrophe schon 1880 sah, ergänzt dies durch Kugelblitze, die aus der schwarzen Wolke, die die Erde umgibt, in die Erdoberfläche zu schlagen scheinen, die zu einem weltweiten Energieausfall für die Zeit der Polwende führen. H.J. Andersen legt jedoch Wert darauf, daß bei all diesen Endzeitaussagen nicht das Gefühl eines Weltunterganges aufkommt, das mit dem Tag X also alles vorbei ist, sondern vielmehr, daß dies eine notwendige Reinigung zu einer besseren Zukunft darstellt, die von den Menschen selber verursacht wurde. Eine von ihm mitgebrachte Weltkarte zeigt die Gebiete, welche nach den kommenden Polwenden und dem Polsprung aus dem Meer aufsteigen bzw. versinken werden. Zu den am schlimmsten betroffenen Gebieten kann dabei sicherlich Süd-Amerika gezählt werden, da es fast bis zu den Anden im Wasser verschwindet. Andersen hat beeindruckende Beweise dafür gefunden, daß Süd-Amerika dieses Schicksal schon einmal nach der letzten Eiszeit heimgesucht haben muß; Strandlinien in den Anden, die sich über hunderte von Kilometern erstrecken und Terassen auf denen in den Bergen früher angebaut und geerntet wurde, diese liegen heute auf Höhe der Schneegrenze, was darauf hinweist, daß dieser Erdteil schon zu früheren Zeiten einmal sehr viel tiefer gelegen haben muß.

Andererseits sollen auch Landmassen wieder aus dem Meer aufsteigen, so zwischen Europa und Nordamerika, wo Teile von Atlantis wieder erscheinen.
Andersen ist der Auffassung, daß die Insel Atlantis-Poseidonis innerhalb eines Tages versank und zwar deswegen, weil sie auf dem Rücken einer Erdspalte, eben zwischen Europa und Nord-Amerika lag. Da die Erde durch ihre Rotation und die dadurch entstehende Zentrifugalkraft nicht exakt kugelförmig ist, sondern am Äquator einen Durchmesser aufweist, der um ca. 40km größer als derjenige vom Nord- zum Südpol ist, reißen die Erdspalten bei einer Polwende, also beim Übergang über den Äquator auf, können nach der vollständigen Wende aber fast wieder ihre ursprüngliche Form annehmen. Aus genanntem Grund ist dies bei einem Polsprung natürlich nicht möglich. Das nennt er auch als Grund, warum es wohl auch bei zukünftigen Polverlagerungen noch zu heftigen Erdbeben auch lange nach einer solchen Katastophe kommen wird.
Über die letzten drei Jahre von Atlantis heißt es:

"Meist lag Atlantis unter einer grauen Wolkendecke, aus der ein Dauerregen fiel. Die Frucht faulte auf den Felden, und die Vulkane waren alle wieder in Tätigkeit und ergossen ihre Lava über das Land. Vor den Küsten brodelte das Meer, und Beben erschütterten Atlantis.".
Warten wir ab, ob sich ähnliches wiederholt...

Frank Menhorn

 

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